Der ehemalige Supermarkt am Wohngebiet Ottendorfer Hang in Hainichen hat mit der Saxonia Galvanik GmbH aus Halsbrücke einen neuen Mieter. Die Firma will dort 50 neue Arbeitsplätze schaffen. Damit kehrt Leben in das leer stehende Einkaufszentrum zurück.
Foto: Falk Bernhardt
Autoembleme blitzen im Ex-Supermarkt
Saxonia Galvanik schafft 50 neue Arbeitsplätze in Hainichen
Hainichen. Im Einkaufszentrum auf dem Ottendorfer Hang in Hainichen ist es in den vergangenen Jahren zunehmend stiller geworden. Der 1994 eröffnete Supermarkt schloss wenige Jahre später wieder und steht seitdem leer. Das Sozialkaufhaus gleich nebenan gab es bis September 2011, allerdings auch nur wenige Monate lang. Nun räumt auch eine Drogeriekette die Regale aus. Dann ist der einstige Einkaufstempel völlig verwaist. Doch die Saxonia Galvanik GmbH aus Halsbrücke will schon bald wieder Schwung in den ehemaligen Supermarkt bringen.
"Wir haben bereits im Dezember des vergangenen Jahres mit dem privaten Eigentümer aus den Altbundesländern den Mietvertrag unterschrieben", sagte gestern Stefan Tilke, einer der beiden Geschäftsführer und Kaufmännischer Leiter. Vorerst für den reichlich 800 Quadratmeter großen ehemaligen Supermarkt. Dort soll so schnell wie möglich eine Außenstelle der Halsbrücker Firma eingerichtet werden. Die Belegschaft wird aufgestockt. 50 neue Arbeitsplätze stellt der Geschäftsführer damit in Hainichen in Aussicht. Derzeit beschäftigt Saxonia Galvanik 230 Mitarbeiter. Dazu kommen Leiharbeiter.
Am Standort Hainichen sollen die sogenannte Sichtungsarbeitsplätze entstehen - die eigentliche Qualitätskontrolle. Denn Saxonia Galvanik ist nach eigenen Angaben europaweit der führende Hersteller von beschichteten Kunststoffteilen für Autohersteller, die Branche Telekommunikation und die Sanitärindustrie. 65 Millionen Teile werden pro Jahr galvanisiert. "Alles, was chromt und blitzt, kommt von uns", sagt Stefan Tilke - also beispielsweise auch Embleme und Schriftzüge am Passat, die Griffe im Golf. Und die müssen vor Auslieferung kon- trolliert und gesichtet werden.
Da am Stammsitz in Halsbrücke derzeit in eine neue Galvanikanlage investiert wird, sei man dort an die räumlichen Grenzen zur Firmenerweiterung gestoßen und so schon seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem weiteren Standort. Auf dem Ottendorfer Hang in Hainichen passe einfach alles, sagt Stefan Tilke. Das fange bei ausreichend Parkplätzen an, reiche bis zu den vorhandenen Medien, genügend Lagerkapazität bis hin zu den Aufenthaltsräumen und Sanitäreinrichtungen.
Noch könne kein Termin genannt werden, wann die Arbeit in Hainichen aufgenommen wird. "Da das Gebiet als Verkaufszentrum ausgewiesen ist, muss ein Nutzungsänderungsantrag beim Landratsamt Mittelsachsen gestellt werden. Derzeit erarbeiten wir alle dafür notwendigen Unterlagen", sagt der Geschäftsführer. Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) ist hoch erfreut, dass sich die Firma aus Halsbrücke in der Stadt ein weiteres Standbein schaffen will und zugleich dem möglichen Verfall der Immobilie Einhalt geboten wird. Er hofft, dass das Landratsamt die Nutzungsänderung zügig bearbeitet und ihr zustimmt.
Der zu erwartende Lkw-Verkehr über die Nossener Straße dürfte überschaubar bleiben, das sei auch der Tenor unter Stadträten. Auch der Einkaufsmarkt habe ja beliefert werden müssen.


