Beatles-Projekt vereint Rock und Klassik
Musiker aus Dippoldiswalde gastieren im Stadtpark
Frankenberg.Dem Cello und den Violinen ist es vorbehalten, das Konzert "Beatles in Classic" zu eröffnen. Die düster-melancholischen Streicher werden von Kontrabass und Keyboard begleitet, dann setzt der Gesang ein. Das Stück heißt "Eleanor Rigby", die eingefleischten Fans haben das sofort erkannt.
Dass sich Rockmusik und Klassik nicht ausschließen, zeigen die sächsischen Musiker in einem knapp zweistündigen Programm. Nicht sie selbst, sondern die Lieder der Beatles sind der Mittelpunkt des Abends. "Wir spielen vielleicht nicht jeden Hit, aber Sie werden doch fast alles kennen", kündigt Werner Buchauer an. Er ist an diesem Abend Moderator, Sänger und Schlagzeuger und hat das Projekt "Beatles in Classic" inszeniert. Das Orchester zählt neun Musiker und einen Tonmann. Dicht nebeneinander müssen sich die Akteure mit ihren Instrumenten auf der Bühne zusammen drängeln. Nach dem ersten Lied folgen mit "And I love her" und dem chansonähnlichen "Michelle" zwei ruhige Stücke, bei denen nicht nur die Streicher, sondern auch ein Akkordeon zum Einsatz kommen.
"Das Programm enthält hauptsächlich Kompositionen, die bereits Elemente der klassischen Musik beinhalten. Leider konnten die Beatles diese Stücke aus technischen Gründen zu ihrer Zeit nicht live auf der Bühne spielen", erklärt Buchauer. Die Abstimmung im Stadtpark hingegen klappt gut. Auch bei den rockigeren Liedern gehen Streicher und Posaune nicht unter. Endlich: Nach den ersten drei Songs setzt sich Werner Buchauer ans Schlagzeug. Bassist Marek Hering tauscht den unhandlichen Kontrabass gegen die elektrische Variante. Dann spielt Peter Wegener auf seiner E-Gitarre das Intro von "Something". Die George-Harrison-Komposition bringt die Zuhörer zum ersten Mal richtig in Schwung, lässt Füße mitwippen und Köpfe anerkennend nicken. Das Rhythmusgefühl des Publikums wird bei "Eight days a week" getestet, der gesamte Saal klatscht begeistert mit. Die Gesangseinlagen teilen sich Werner Buchauer, Marek Hering und Bernd Böhm. Letzterer nimmt seine Rolle am Abend locker.
"Wer nichts richtig kann, muss eben alles machen", sagt Böhm lachend und mit sächsischem Akzent. Während des Konzertes wechselt er zwischen Orgel, Percussion-Instrumenten, Akkordeon und Mikrofon. Besonders beim rockigen "The night before" kommen seine stimmlichen Qualitäten zur Geltung. Insgesamt stimmt die Harmonie im Orchester. Sebastian Dolota (Violine), Thomas Seifert (Violine), Andrea Seifert (Viola), Sabine Grüner (Cello) und Andreas Exner (Posaune) gelingt es, die klassischen Akzente in den Beatles-Songs hervorzuheben und sie gegen starke Gitarrenriffs zu behaupten. Arrangiert wurden die Stücke für das Konzert von Keyboarder Andreas Leuschner. (KAT)
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