Ein Bauvorhaben mit wenig Akzeptanz bei den Anwohnern: Rund 400 Meter hinter der Eigenheimsiedlung am Frankenberger Grenzweg wird derzeit ein Sendemast für den neuen digitalen Behördenfunk gebaut. 
Ein Bauvorhaben mit wenig Akzeptanz bei den Anwohnern: Rund 400 Meter hinter der Eigenheimsiedlung am Frankenberger Grenzweg wird derzeit ein Sendemast für den neuen digitalen Behördenfunk gebaut.

Foto: Falk Bernhardt

Bürgerinitiative will Funkturm verhindern

Wenige hundert Meter vom Eigenheimgebiet am Grenzweg entfernt wird eine Sendeanlage errichtet

Frankenberg. Mit Skepsis verfolgen die Hauseigentümer des neuen Eigenheimgebietes am Frankenberger Grenzweg die Bauarbeiten linksseitig der Staatsstraße 203 in Richtung Langenstriegis. Etwa 400 Meter von ihren Häusern entfernt entsteht zurzeit ein etwa 40 Meter hoher Funkturm. Die Eigenheimbesitzer haben eine Bürgerinitiative gebildet, die nun den Bau stoppen will. Denn die Anwohner fürchten wegen der permanenten Strahlung gesundheitliche Schäden.

"Wir werden auch jetzt am Wochenende weitere Unterschriften sammeln", hat Torsten Wahl angekündigt. Wie er, so waren auch Henryk Bertel und andere dem Angebot der Kommune gefolgt und haben am Stadtrand von Frankenberg gebaut. Jetzt, da die Häuser fertig sind, fühlen sich alle überrumpelt und haben bereits einen Brief an Bürgermeister Thomas Firmenich geschrieben. "Keiner von uns jungen Familien hätte jemals so ein Grundstück auf dem Grenzweg erworben", heißt es darin, wenn man vorher von dem Funkturm-Bau erfahren hätte. Die Grundstücke seien von der Stadt als "familienfreundlich" suggeriert worden. "Und jetzt, inmitten dieser Idylle, so ein Tetra-Funkturm", reagieren die Häuslebauer empört. "Unser Anliegen ist, dass der Mast weiter in Richtung Langenstriegis versetzt wird", fordert auch Henryk Bertel. Bitter stößt allen auf, dass sie im Vorfeld nicht über ein solches Bauvorhaben informiert wurden.

Bürgermeister Firmenich hat in dieser Woche auf den Protestbrief reagiert und jede ihm mögliche Aufklärung des Falls versprochen. Wie er der "Freien Presse" sagte, wolle er für den 27. November zu einem Bürgerforum einladen, um über das Bauvorhaben zu informieren. Dabei sollen auch Technik-Experten zu Wort kommen. "Der Funkmast ist Teil des Digitalfunknetzes im Freistaat, das zurzeit im Auftrag des sächsischen Staatsministeriums des Innern und mit Unterstützung des Landratsamtes aufgebaut wird. Für diesen Standort erfolgte eine immissionsschutzrechtliche Prüfung der Zulässigkeit durch die Bundesnetzagentur", schreibt Firmenich in seinem Antwortbrief an die Hausbesitzer. Nach Erkenntnissen der Stadt sei die elektromagnetische Verträglichkeit im Umfeld des Standortes gegeben, der Grenzwert werde eingehalten.

"Wie hoch der allerdings ist, wissen wir nicht", ergänzt Bauamtsleiter Sven Blümel. Er kann sich noch gut daran erinnern, dass dieser Funkmast ursprünglich im Gelände der Wettiner-Kaserne entstehen sollte. Als zweiter Standort sei die Star-Tankstelle an der Äußeren Freiberger Straße im Gespräch gewesen. "Gegen beide hat sich die Stadt ausgesprochen", weiß Blümel. Denn diese zwei Standorte seien zweifellos zu nah an der Wohnbebauung gewesen. Blümel geht jedoch davon aus, dass der jetzige Standort den Normen entspricht. Die Stadtverwaltung werde sich aber nochmals kundig machen. Das Landratsamt konnte am Freitag keine Stellungnahme abgeben, da die Recherchen doch etwas umfangreicher seien und noch herausgefunden werden müsse, inwieweit die Landkreisbehörde in dieses Projekt involviert ist, erklärte Sprecherin Cornelia Kluge.

Dass nun rund 400 Meter vom Grenzweg entfernt gebaut wird, kommt auch für manchen Stadtrat überraschend. Denn Achim Thimann von der CDU konnte sich ebenso wenig erinnern wie Torsten Recht vom Gewerbeverband. "Ich kann die Leute verstehen und hab mich ebenfalls gewundert, dass dort gebaut wird", sagte Thimann. "Ich habe bereits etliche Anrufe bekommen", erklärte Fraktionschef Torsten Recht, der ebenfalls Mitglied im Technischen Ausschuss ist. Er habe allen geraten, am Dienstagabend zur Stadtratssitzung zu kommen und die Fragen dort zu stellen.

Das Bürgerforum findet am Sonntag, dem 27. November, 11 Uhr in der Gaststätte Lützelhöhe statt.

 
erschienen am 11.11.2011 ( Von Uwe Lemke )
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