Die Straße zur Burg Kriebstein soll flacher, die steile Kurve entschärft und ein Fußweg gebaut werden - so will es die Bürgerinitiative.
Foto: Falk Bernhardt
Burgberg-Initiative bleibt hartnäckig
Landrat signalisiert erneut Gesprächsbereitschaft
Kriebstein. Den Bau einer Großbrücke hatte die Bürgerinitiative 2007 verhindern können. Doch das zweite Problem, das die engagierten Bürger um Sprecher Bernd Jentsch bewegt, ist noch immer ungelöst: die Entschärfung des Kriebsteiner Burgbergs und in diesem Zusammenhang die Schaffung eines Fußwegs hinauf zum Großparkplatz Talsperre. "Ich möchte gern, dass wir die Gesamtsituation einmal in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen erklären können", fordert Jentsch.
Kriebsteins Bürgermeister Christoph Merker (FWK) steht diesem Ansinnen aufgeschlossen gegenüber. "Das wird frühestens im März gehen. Denn es war der Wunsch der Bürgerinitiative, dass die Sitzung in Kriebethal stattfindet", sagte Merker gestern. Er selbst sei ebenfalls daran interessiert, dass die Verhandlungen mit dem Landkreis, der für die Kreisstraße 8215 zuständig ist, und die Zusammenarbeit mit der Karl Beteiligungsgesellschaft Innernzell, die der Gemeinde für die Verlagerung eines Stücks Straße etwas Land zur Verfügung stellen soll, nun endlich weitergehen. Denn der aktuelle Stand ist auch für den Bürgermeister nicht zufrieden stellend. "Aber es ist vieles angeschoben. Wir müssen auch von der Gemeinde her weiter an der Sache dranbleiben. Das werde ich tun", verspricht Merker.
Doch alles stehe im Zusammenhang mit dem aktuellen Abriss der alten Papierfabrik unterhalb der Burg durch die Firma Karl. Die möchte die Ruinen gänzlich beseitigen und hatte bereits im vorigen Jahr Verhandlungsbereitschaft wegen des für die Straße notwendigen Landverkaufs signalisiert. Doch die Denkmalschutzbehörde will vier Gebäude, darunter auch die alte Fabrikantenvilla, erhalten.
Geschäftsführer Günther Karl ist verärgert über die Forderungen der Behörde. "Die schlägt beispielsweise vor, in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude und den beiden Komplexen direkt an der Zschopau ein Seniorenheim unterzubringen. Das ist irrsinnig, denn die Bausubstanz ist absolut marode", hatte Karl erst kürzlich dazu erklärt. Der Bürgermeister weiß auch, dass die Grundstücksverhandlungen maßgeblich davon abhängen, wie die Firma Karl mit dem Abriss der Betriebs-Ruinen vorankommt. Er habe gehört, dass es seitens des Landratsamtes wohl einen Fortschritt gibt.
Landrat Volker Uhlig (CDU) äußerte sich gestern sehr verhalten: "Die Problematik Denkmalschutz scheint lösbar zu sein. Daraus könnten sich neue Ansatzpunkte für Gespräche ergeben, und dies bedarf in den nächsten Wochen weiterer interner Abstimmungen zwischen den handelnden Akteuren." Bernd Jentsch will die Landkreisbehörde nicht drängen. Denn er ist froh, dass sich der Landrat persönlich dieses Problems angenommen hat und im vorigen Jahr zwei Gespräche mit ihm stattfanden. Ein weiteres Treffen sei für das Frühjahr angekündigt. Und sollte die Bürgerinitiative demnächst die Möglichkeit erhalten, vor dem Gemeinderat ausführlich die Lage zu schildern, dann sieht sie sich ein weiteres Stück in ihren Forderungen bestätigt.
"Man darf ja auch nicht vergessen, dass neben der Verhinderung der Großbrücke auch eine weitere Forderung unsererseits bereits erfüllt wurde: die Sicherung des Hangs gegenüber der Burg", sagt Jentsch. Der Schutz vor Steinschlag durch Stahlnetze sei ein Teilerfolg. Bleibt noch die Hauptforderung: die Begradigung eines Stücks des Burgbergs durch Entschärfen der Steilkurve und das Reduzieren der Steigung.
Die Tonnagebegrenzung auf 3,5Tonnen für Lkw soll laut Jentsch bestehen bleiben, Busse sollten allerdings bis an die Burg heranfahren können. Und wenn das Fernziel - die bessere Anbindung des Talsperrengebietes an die Autobahnanschlussstellen Hainichen und Leisnig - durch die Planung durchgängiger Verkehrstrassen erreicht ist, könne die Bürgerinitiative ihre Arbeit einstellen. Doch so weit sei es noch lange nicht.


