Bei einem nächtlichen Einbruch wurde der VW-Bus der Gartengruppe der "Lebenshilfe" ausgeschlachtet. Thomas Heinitz (l.) und Hans-Jürgen Jacobi können es nicht fassen. Bei einem nächtlichen Einbruch wurde der VW-Bus der Gartengruppe der "Lebenshilfe" ausgeschlachtet. Thomas Heinitz (l.) und Hans-Jürgen Jacobi können es nicht fassen.

Foto: Falk Bernhardt

Dreiste Diebe beklauen Behindertenwerkstatt in Mittweida

Unbekannte haben ein Fahrzeug der "Lebenshilfe" ausgeschlachtet

Mittweida. Die erste Aufregung ist dem Entsetzen gewichen: "Wer macht nur so etwas?", fragt sich Marion Puschinski. Die Chefin der Gartengruppe der Behindertenwerkstatt des Vereins "Lebenshilfe" in Mittweida hat nur eine Vermutung: Da brauchte wohl jemand Ersatzteile. Aber dass sich die Diebe ausgerechnet das zehn Jahre alte Lieferfahrzeug auf dem Vereinsgelände aussuchen und ausschlachten, das können sie und ihre Jungs, wie sie die acht Männer der Gruppe liebevoll nennt, nicht nachvollziehen.

Was war geschehen: "Als wir am Montagmorgen unsere Arbeit beginnen wollten, sahen wir das Dilemma", sagt Ines Ahnert, die stellvertretende Werkstattleiterin. An dem Pritschenwagen fehlten unter anderem das Lenkrad, eine Stoßstange, eine Ladebordwand, eine Tür und sogar ein Nummernschild. Die Diebe zerstachen die vier Reifen und auch die des Anhängers. Um auf das Gelände zu kommen, hatten sie den Zaun zerschnitten. "Die Höhe des Schadens können wir noch nicht beziffern", sagt Ines Ahnert.

Erst am Dienstagmittag wurde das Fahrzeug von einem Autohaus abgeschleppt. Nun muss ein neues Fahrzeug her. Den Preis dafür müssen indirekt alle 200 Mitarbeiter der geschützten Werkstatt zahlen. "Das Geld müssen wir uns ja erarbeiten", sagt Marion Puschinski. Da werden wir wohl noch sechs bis acht Wochen improvisieren müssen. Und das hieß am Dienstag "Gefahr in Verzug".

Denn durch das fehlende Fahrzeug ist der Terminplan völlig aus den Fugen geraten. Aufträge drohen zu platzen. Die acht Männer im Alter von 25 bis 51 Jahren pflegen Grünanlagen in Mittweida, Frankenberg und Hainichen, mähen Rasen, verschneiden Sträucher, jäten Unkraut, für Firmen wie Privatleute. Die Säcke mit Grasschnitt können in einem "normalen" Pkw abtransportiert werden, ein Rasenmäher oder Harke und Schaufel passen da aber nicht rein. "Wir arbeiten nun erst einmal im Gewerbegebiet der Stadt", sagt Marion Puschinski. Der Weg ist kurz, aber, was wird in den anderen Städten?

 
erschienen am 07.08.2012 ( Von Petra Schumann )
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