Joachim Friedrich repariert in seiner Frankenberger Werkstatt den demolierten Osterhasen.
Foto: Falk Bernhardt
Familienzusammenführung am Sonnabend
Joachim Friedrich repariert Figur des Hasenjungen - Stellmacher ärgert sich über Vandalismus
Frankenberg. Wie auf einem Operationstisch liegt der hölzerne Osterhasenjunge in der Werkstatt von Joachim Friedrich in Frankenberg. Die "Eingriffe" des gelernten Stellmachers hatten schon Erfolg: Arm und Fuß sind bereits wieder dran, nun müssen noch die Schönheitsoperationen erfolgen. "Wenn alles klappt ist die Osterhasenfamilie am Samstag wieder auf dem Frankenberger Marktplatz an ihrem angestammten Platz vereint", gibt sich der 68-Jährige optimistisch. "Dann ist in der Stadt ja der meiste Betrieb, und die Kinder freuen sich doch so sehr über die Figuren."
Den Ärger der vergangenen beiden Tage hat Friedrich aber noch nicht ganz verdaut, die sinnlose Zerstörungswut, der das Hasenkind zum Opfer fiel, ist für ihn unverständlich. "Es ist schade, dass die Arbeit so wenig gewürdigt wird", zeigt er sich enttäuscht. "In der Hasenfamilie steckt so viel Herzblut von mir, ich hatte die Idee, habe alles selbst gebaut und mich auch noch um die Genehmigung für die berühmten Knickohren bei der Gahlenzer Firma gekümmert." Schon im Vorjahr waren eigentlich gut befestigte Ostereier aus einem Korb der Hasengruppe gestohlen worden.
Den neuerlichen Schaden an den Figuren hatte der Frankenberger am Dienstagmorgen selbst bemerkt und auch bei der Polizei angezeigt. "Ich bringe meinen Enkel früh ins Gymnasium und mache immer eine Kontrollgang", erklärt Friedrich, den vor allem die rabiate Vorgehensweise der noch unbekannten Randalierer entsetzt. So haben seine Hasen alle im Inneren eine Art Metallgerüst und sind mit festen Ankern verschraubt.

