In Spitzenzeiten müssen Kraftfahrer im Bereich der Autobahnauffahrt Frankenberg mit langen Warteschlangen rechnen. In Spitzenzeiten müssen Kraftfahrer im Bereich der Autobahnauffahrt Frankenberg mit langen Warteschlangen rechnen.

Foto: Falk Bernhardt

Frankenberg: Ärger wegen Ampel-Provisorium nahe der A4

Straßenbehörde ist in Abwartehaltung - Ausbau des Knotenpunkts ungewiss

Frankenberg. Ob tagsüber als Wartegemeinschaft im Stau oder spät abends allein bei Rot - so mancher Kraftfahrer schüttelt über die provisorische Ampel an der A 4-Anschlussstelle Frankenberg verständnislos mit dem Kopf. Auch für Bauamtsleiter Sven Blümel erschließt sich der Sinn dieser Verkehrsregelung nicht. "Das kann ich leider nicht nachvollziehen, denn eine Verbesserung kann ich nicht erkennen", sagt er. Laut Landesstraßenbehörde gebe es Planungen zum Ausbau dieses Knotenpunktes. Doch ob überhaupt gebaut wird, steht in den Sternen.

Planungen werden überarbeitet

Erst vor wenigen Monaten hatte Blümel selbst die Stadträte über die der Verwaltung bis dato bekannten Pläne zur dreispurigen Erweiterung des Teilstücks der B 169 am Roten Berg und über die Errichtung eines Kreisverkehrs an der Anschlussstelle zur A 4 informiert. Damit sollte dieser Unfallschwerpunkt entschärft und der Verkehr zwischen Frankenberg und Hainichen flüssiger gestaltet werden. Doch Mitte Juli ruderte Michael Stritzke, Leiter der Niederlassung Zschopau des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, zurück und gab zu, dass alle bislang vorliegenden Planungen für den Ausbau des Knotens Makulatur sein könnten. Vor wenigen Tagen dann die sehr allgemein formulierte Antwort auf die Frage, wie sicher der Ausbau des Roten Berges sei: "Die bisherigen Planungen werden überarbeitet. Detaillierte Angaben können noch nicht getätigt werden."

Rund 12.400 Fahrzeuge täglich

Bauamtsleiter Blümel zeigt sich verwundert: "Der Stadt sind keine neuen Planungen bekannt." Er sieht im Bau des beabsichtigten Kreisverkehrs durchaus "eine verträgliche Lösung". Doch ob es dazu überhaupt kommen wird, bleibt weiterhin unklar. "Die Ampelanlage wird mehrere Jahre in Betrieb sein, mindestens so lange, bis eine endgültige planerische Variante zur Ausbildung des Knotenpunktes vorliegt", hatte Stritzke erklärt. Man müsse erst eine aus dem Jahr 2010 stammende Verkehrszählung auswerten und gemäß einem neuen Gutachten schließlich festlegen, wie der Knotenpunkt einmal ausgebaut werden muss. Im Durchschnitt wurden werktags rund 12.400 Fahrzeuge in diesem Streckenabschnitt registriert. Was die Planer mit dieser Zahl anzufangen wissen, bleibt abzuwarten.

Vom teilweise ohnmächtigen Hin und Her an diesem neuralgischen Punkt, an dem sich in den vergangenen Jahren etliche, zum Teil auch schwere Unfälle ereigneten, zeugte auch eine fragwürdige Leitplanke, die mittlerweile schon wieder abmontiert wurde. Denn auch die Landesstraßenbehörde musste einsehen, dass dieser Kreuzungsbereich dadurch nicht unbedingt sicherer, sondern eher undurchlässiger wurde. Die Behörde habe sich deshalb für das Aufstellen der Ampelanlage ausgesprochen. Einen Vorteil sieht Stritzke in der Anlage aber: Seit die Ampeln stehen, seien ihm keine Unfälle bekannt.

 
erschienen am 17.08.2012 ( Von Uwe Lemke )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
2
(Anmeldung erforderlich)
  • 27.08.2012
    20:08 Uhr

    crasherblue: Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen: endlich kommt man von der Autobahn vernünftig und gefahrlos auf die B169 bzw. aus Frankenberg von der B169 kommend auf die A4 - dafür warte ich gern auch mal die kurze Zeit der Rotphase. Wieso der Sinn der Regelung nicht erkennbar sein soll, ist mir rätselhaft - insbesondere wenn solche eine Aussage von einem Bauamtsleiter kommt.

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  • 20.08.2012
    11:19 Uhr

    MiMe: Dem Artikel kann ich überhaupt nicht zustimmen. Das erste Mal seit Ausbau der A4 kann man gefahrlos von der Autobahn auf die B169 Richtung Hainichen abfahren ( und umgekehrt). Es hat dort nicht ohne Grund sehr viele Unfälle gegeben, da die bestehende Ausfahrt für den vorhandenen Verkehr völlig unzureichend ist. Dies trifft auch auf die Ausfahrt in Hainichen und den Rasthof in Auerswalde zu. Die Schuld liegt meiner Meinung nach bei der völligen Ignoranz gegenüber dem hiesigen Verkehrsaufkommen durch die Planer der A4. Wenn sie über sinnfreie Ampeln schreiben wollen, dann können Sie ja mal die 2 Exemplare in der Stadt Hainichen am Wochenende oder nachts beobachten. Viele Grüße aus Hainichen

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