Frankenberger Markt erhält E-Tankstelle
Stadtverwaltung erhält Elektroautos und kann zwei Jahre lang kostenfrei Strom tanken
Frankenberg. Als Stadt der Energie mit einem beschlossenen Klimaschutzkonzept, Energiebeirat und vielen klugen Ideen kommt Frankenberg seinen Zielen bald ein weiteres Stück näher. Anfang nächsten Jahres will Envia M auf dem Markt eine der ersten Autostrom-Tankstellen errichten. Die Stadtverwaltung wird dann ihren Benzin-Opel gegen einen Elektro-Mitsubishi tauschen. "Das neue Fahrzeug wird nur noch ein Drittel des CO2-Ausstoßes verursachen", freut sich Wirtschaftsförderer Egon Mertke. Denn genau das sei eines der Hauptziele des Klimaschutzkonzeptes. Und mit der neuen E-Tankstelle könne die Stadt nun auch nach außen hin ein wichtiges Zeichen setzen.
Die hellblaue Zapfsäule mit dem unsichtbaren Kraftstoff wird am Frankenberger Markt wohl noch eine Zeit lang ziemlich einsam dastehen, vermuten die Mitglieder des Technischen Ausschusses, denen das Projekt bereits vorgestellt wurde. Zwei Jahre lang soll dieser Test laufen. "Frankenberg und Wurzen sind Teil unseres Pilotprojekts zur Elektromobilität", sagt Envia M-Sprecherin Claudia Anke. Auch in Chemnitz läuft ein solches Projekt. Zwei Elektroautos von Envia M fahren dort bereits.
Im Technischen Ausschuss des Frankenberger Stadtrates steht man dem Vorhaben verhalten optimistisch, aber durchaus aufgeschlossen gegenüber - Bedenken gibt es dennoch. Denn angesichts der nicht nur aus Sicht der Händler unzureichenden Parkplatzsituation im Marktbereich halten viele der Ausschussmitglieder das Einrichten von zwei derartigen Autostrom-Tankplätzen für übertrieben. Zumal das Aufkommen an Elektroautos bislang mehr als spärlich sei.
"Zwei Parkplätze werden blockiert nur zum Tanken - einer reicht auch", meint Linke-Fraktionschef Frank Richter. "Bei der Marktumgestaltung sollten wir dann auch mindestens zwei Parkplätze mehr schaffen", regt Günter Adam von der CDU-Fraktion an. "Es wäre schön, wenn es mit der von allen Fraktionen vorgeschlagenen Parkplatzkonzeption auch so schnell vorwärtsginge", wünscht sich Gewerbeverbands-Fraktionschef Torsten Recht. Der Technische Ausschuss hat sich schließlich auf nur einen Tankplatz geeinigt, der am Übergang zur Schloßstraße, zwischen Brunnen und Infopunkt, im nächsten Jahr entstehen soll. Das sei erst mal ausreichend. Denn wie SPD-Stadtrat Joachim Münzner mutmaßt, werde das Auto der Stadtverwaltung wohl noch lange Zeit das einzige sein, das dort steht.


