Bus Ein Mann wurde am Mittwoch bei einem Unfall auf der A 4 in Hainichen getötet. Ein Bus war gegen einen Brückenpfeiler geprallt.

Foto: Haertelpress

Freiwillige Helfer betreuen Opfer des Busunfalls

Bei einem Unfall ist Mittwochnacht auf der A 4 in Hainichen ein Mann ums Leben gekommen

Hainichen. Kurz vor 4 Uhr Mittwochmorgen meldeten sich bei Mandy Ogiermann und weiteren Mitgliedern der Schnelleinsatzgruppe des DRK (SEG) die Piepser und sie wussten: zum zweiten Mal in dieser Woche war ihre Hilfe gefragt. Knapp eine Stunde zuvor war auf der A 4 an der Ausfahrt Hainichen ein polnischer Reisebus der Linie Opole-Koblenz ins Schleudern geraten und mit dem Heck gegen den Brückenpfeiler geknallt.

Der Rettungsdienst rückte sofort aus, versorgte sieben Fahrgäste, darunter eine 76-jährige Frau aus Deutschland, ambulant. Für einen 61-Jährigen kam jedoch jede Hilfe zu spät. Vermutlich durch die Wucht des Aufpralls wurde er so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Der Fahrer des Busses blieb unverletzt, teilte Frank Fischer, Pressesprecher der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge, mit.

"Gegen 3.45 Uhr wurde ich von der Rettungsleitstelle über den Unfall informiert und gefragt, ob die Stadt die 48 Businsassen für die Nacht unterbringen kann", sagte am Mittwoch Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD). Die SEG reagierte unkompliziert und fast zeitgleich. "Ich wurde angerufen und gebeten, dass die Leute wieder im Schulungsraum der Kreisgeschäftsstelle untergebracht werden könnten", sagte DRK-Kreisgeschäftsführer Jörg Hirschel. "Ich sagte sofort zu, denn dort ist alles für die Betreuung vorhanden, was in einer Turnhalle nicht so gegeben ist, zum Beispiel eine Teeküche", sagte Jörg Hirschel. "Wir nahmen die Männer und Frauen an der Feldstraße auf", sagte Mandy Ogiermann, "und haben sie mit Getränken und Essen versorgt", ergänzt sie.

Die Feldbetten blieben zusammengeklappt. An Schlafen dachte wohl keiner in dieser Nacht. Derweil war manch aufmunterndes Wort für die vorwiegend polnischen Reisenden gefragt. Obwohl sie relativ gefasst und ruhig gewirkt hätten. "Allerdings mussten wir einen Insassen noch ins Krankenhaus bringen", so Jörg Hirschel.

Während Polizeibeamte an der Feldstraße die Personalien und mögliche Hinweise zum Unfallhergang aufnahmen, begannen die Bergungs- und Aufräumarbeiten auf der Autobahn. Die dauerten bis gegen 7.30 Uhr. Obwohl der Verkehr an der Unfallstelle vorbeigeleitet werden konnte, hatte sich bis dahin an der Auffahrt von der S 201 zur A 4 ein dicker Stau gebildet. Noch dauern die Ermittlungen zur Unfallursache an. Die Polizei geht aber von überhöhter beziehungsweise unangepasster Geschwindigkeit aus. Denn zu diesem Zeitpunkt herrschte starkes Schneetreiben, die Fahrbahn war glatt.

Gegen 10.30 Uhr konnten die Reisenden in einem Ersatzbus von der Feldstraße ihre Fahrt Richtung Koblenz fortsetzen. Die Aufräumarbeiten im Schulungsraum dauerten für die neun Männer und Frauen der SEG bis gegen 12 Uhr an. Für Mandy Ogiermann und die anderen war es schon der zweite Einsatz in dieser Woche. Bereits in der Nacht zum Montag kümmerten sie sich um die nach einem Wohnhausbrand auf dem Ottendorfer Hang Evakuierten. "Mein Arbeitgeber hat mir für heute frei gegeben", sagte am Nachmittag dankbar die junge Bankkauffrau.

 
erschienen am 15.02.2012 ( Von Petra Schumann )
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