Großhändler Simmel kauft "Stadt Chemnitz"
Jahrelanger Poker um Mittweidaer Innenstadt-Ruine beendet
Mittweida. Mittweida. Das ehemalige Hotel "Stadt Chemnitz" am Mittweidaer Technikumplatz hat seit Mittwoch einen neuen Besitzer. Einzelhandelsunternehmer Peter Simmel, der in Mittweida gleich daneben einen Großmarkt betreibt, ersteigerte am Amtsgericht Chemnitz die Immobilie für 8500 Euro. "Wir werden damit nichts machen, was der Stadt nicht passt", zeigt sich Simmel kompromissbereit. Für konkrete Äußerungen über eine künftige Nutzung sei es allerdings noch zu früh.
Nutzung bisher noch unklar
"Ich habe das Gebäude noch nicht einmal von innen gesehen", gibt er schmunzelnd zu. Ihm schwebt aber vor, eine sinnvolle Verbindung zum jetzigen Einkaufsmarkt herzustellen. Ob aus dem "Stadt Chemnitz" mal ein Einkaufsmarkt wird, wisse er momentan selbst noch nicht. An den Plänen der Stadt, den jetzigen Simmel-Markt zu einem Bürgerzentrum umzugestalten und dem Freistaat als Domizil für das zentrale Finanzamt Mittelsachsens anzubieten, sei er übrigens gar nicht beteiligt gewesen. "Trotzdem stehe ich allen Plänen aufgeschlossen gegenüber", betont Simmel. Für das "Stadt Chemnitz" gebe es derzeit vier bis sechs Nutzungsvarianten, die nun diskutiert werden müssen. In etwa drei Monaten soll eine Entscheidung gefallen sein. Jetzt wolle er erst einmal eine genaue Bestandsaufnahme machen.
Kommune mit Lösung zufrieden
Oberbürgermeister Matthias Damm (CDU) ist mit dem Ausgang der Zwangsversteigerung am Mittwoch sehr zufrieden: "Wir als Stadt haben keinen Grund gesehen, das zu verhindern." Denn es sei sehr positiv, dass die Eigentumsverhältnisse nun endlich geklärt sind. "Für uns war wichtig, dass hier keine Grundstücksspekulation betrieben wird und dass an dieser exponierten Stelle keine Baulücke entsteht. Denn das wäre eine fatale Situation für den Technikumplatz."
Mit EU-Geld wird der Platz derzeit zu einer grünen Kommunikationsinsel umgestaltet. "Noch vor Ostern soll es einen gemeinsamen Termin vor Ort geben, um auszuloten, was machbar ist", kündigt der OB an. Eine einfache Lösung werde es wohl nicht geben, da die Gebäudemauer gleichwohl auch die Grundstücksgrenze ist. "Aber wenn man vernünftig miteinander umgeht, dürfte alles kein Problem sein", zeigt sich Damm auch im Sinne der Nachbarn des einstigen Hotels "Stadt Chemnitz" optimistisch.

