Baustelle Andreas Winkler von der Firma Spesa aus Haßlau (bei Roßwein) hat gestern Bohrgründungsarbeiten an der alten Fabrik fortgesetzt.

Foto: Falk Bernhardt

Hainichens größte Baustelle bleibt umstritten

Umbau der alten Fabrik zur Grundschule teurer als geplant

Hainichen. Die Sicherung der Grundmauern der alten Fabrik und künftigen neuen Grundschule an der Gellertstraße in Hainichen wird voraussichtlich rund 66.000 Euro teurer als geplant. Im Dezember des vergangenen Jahres hatte der Stadtrat einer Firma den Auftrag erteilt, in das Gebäude Stahlstützen einzubauen, damit später das Dach abgetragen und das Gebäude entkernt werden kann.

Jetzt habe sich herausgestellt, dass die Bohrpfähle ummantelt und damit verstärkt werden müssen, um die Standsicherheit des Gebäudes am künftigen zentralen Schulstandort zu gewährleisten. Der Baugrund sei noch schlechter als ursprünglich vermutet. Bei einer 80-prozentigen Förderung des Bauvorhabens entstehen dennoch für die Stadt Mehrkosten in Höhe von rund 13.000 Euro. Darüber informierte Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) die Hainichener Stadträte auf ihrer Sitzung am Mittwochabend. Zudem habe sich vor einigen Tagen die Denkmalschutzbehörde das Gebäude angeschaut und Einverständnis signalisiert, dass ein Teil des Mauerwerkes der ehemaligen Fabrik ausgetauscht werden darf. Dabei soll jedoch möglichst die Fassade zur Poststraße hin erhalten bleiben.

Die anstehenden Mehrausgaben fanden ganz und gar nicht das Wohlwollen der CDU-Fraktion. "Wir wussten von vornherein, dass der Baugrund schlecht ist", sagte Fraktionschef Donald Bösenberg. Die ursprünglich geplanten Bohrpfähle als Stützen für das Mauerwerk reichen nicht aus, jetzt sei sogar vom Austausch von Wänden die Rede, damit das Baufeld größer wird, die Kosten dadurch sinken. Er verlangte von der Kämmerei, dass die Kosten für den Rohbau exakt aufgestellt werden. "Wir müssen endlich wissen, was das alles kostet", sagte Donald Bösenberg. Er befürchtet, wenn man immer mehr Geld in den Ausbau der neuen Grundschule steckt, reicht es nicht mehr für den Hort, der in der benachbarten Villa entstehen soll.

Auch Kay Dramert (SPD), Vorsitzender der Gemeinsamen Fraktion, und Detlev Wittstock (Die Linke) mahnten eine Kostenaufstellung bei diesem Mammutbauvorhaben an, damit man rechtzeitig auf finanzielle Mehrausgaben reagieren und bei anderen Bauprojekten einsparen kann. "Doch bei welchen?", fragte gestern Donald Bösenberg. "Es wird doch an keiner anderen Stelle gebaut." CDU und FDP stimmten gegen die Beschlussvorlage und damit die Mehrausgaben.

 
erschienen am 16.02.2012 ( Von Petra Schumann )
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