Thomas Zschemisch (links) und Matthias Röper werkeln nahezu in jeder freien Minute im Frankenberger Kino "Welt-Theater". Selbst im Urlaub sind die Männer oft hier zu finden.
Foto: Falk Bernhardt
Helfer verbringen ihren Urlaub im Lichtspielhaus
Sommerpause im Frankenberger Kino "Welt-Theater" gilt nur für die Besucher
Frankenberg. In der filmfreien Zeit geht die Arbeit für die Mitglieder des Kinovereins "Interessengemeinschaft Welt-Theater" in Frankenberg erst richtig los. Die Sommerpause nutzen die ehrenamtlichen Helfer für zahlreiche Ausbesserungsarbeiten. "Ohne Unterstützung von einigen Fachleuten würde das aber nicht funktionieren", sagt Thomas Zschemisch, der in Sachen Bautätigkeit zu den Aktivposten im Kinoverein zählt.
Mit Uta Bohla haben die Kinoliebhaber eine kompetente Helferin bekommen, die momentan die Kaschierung näht - der mit schwarzem Stoff bezogene Rahmen sorgt für eine scharfe Bildbegrenzung. Seit der Wiedereröffnung ist Gardinen-Spezialistin Uta Bohla an der Seite der Vereins, hat auch schon mehrfach den großen roten Vorhang auf Vordermann gebracht.
Thomas Zschemisch meldete sich nach dem Denkmaltag 2009 als ehrenamtlicher Helfer. "Ich war begeistert, dass das Kino eben noch wie früher war", erinnert sich der 33-Jährige. Seitdem hat er sich zunehmend eingearbeitet und mit den recht alten Techniken vertraut gemacht. Ebenso sein Kumpel Matthias Röper. Der Elektriker weiß mittlerweile genau, wo welche Leitung verlegt ist und sorgte zuletzt für die Erleuchtung am richtigen Ort.
Licht und Vorhang können nach seinen Arbeitseinsätzen nun vom Vorführraum aus bedient werden. Außerdem gibt es im Bereich des Ranges jetzt eine Deckenbeleuchtung. "Falls da doch mal ein kleines Museum reinkommt", erklärt Matthias Röper, während er den Dimm-Effekt ausprobiert.
In solchen Momenten, wenn wieder ein kleiner Baustein vollbracht ist, halten die Männer mal kurz inne, um sich zu freuen. "Das motiviert ja auch für neue Aufgaben", erklärt der 40-jährige Magdeburger. Und davon gibt es in dem altehrwürdigen Lichtspielhaus einige.
Priorität hat die Heizungsanlage, die gewartet und bis zum Herbst voll funktionstüchtig gemacht werden muss. Bei der Instandsetzung der Rangdecke erhielten die Männer tatkräftige Unterstützung von Kassiererin Gisela Riedl. "Das hat sie toll gemacht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen", loben die Handwerker. Ganz nebenbei haben sich Zschemisch und Röper auch noch in die Kunst des Filmvorführens einarbeiten lassen, die Premiere ging mit Luis de Funes sogar ohne Filmriss über die Kinobühne.
"Im Projektoren-Raum erlebt man zwar nichts von der Atmosphäre im Saal mit, aber das Vorführen auf den historischen Apparaten ist schon eine tolle Sache", schwärmt Thomas Zschemisch, der nahezu jeden Abend im Filmvorführer-Forum im Internet recherchiert. "Man kommt so schwer an bestimmte Sachen ran, muss sich auch mal einige Tipps holen", sagt er. Seinen Jahresurlaub verbringt der Frankenberger übrigens im Garten und eben im Kino: "Weil es einfach Spaß macht."

