Der KFC hatte zur Rosenmontagsparty den letzten Tanz der Saison: Das Vorbild "Dirty Dancing" wurde dabei noch getoppt.
Foto: Falk Bernhardt
In Kriebethal haben die Narren der Region wieder eine riesige Party gefeiert
Die Vereine sind mit der Saison zufrieden
Kriebethal. Das Kulturhaus der Papierfabrik ist am Rosenmontag seinem Ruf als närrische Hochburg der Region wieder mehr als gerecht geworden. Die Party war seit Monaten ausverkauft, der Kriebethaler Faschingsclub (KFC) begrüßte neben den "normalen" Gästen auch insgesamt 15 andere närrische Vereine, die sich zum Teil auch ins das Programm einbrachten.
Die Rossauer Männer starteten einen Flieger, die Frankenberger Mädels zeigten tänzerische Kampfkunst, und sogar der Fanclub des KFC mischte mit dem Nicole-Double und "Ein bisschen Frieden" mit.
Den wünschen sich die Vereine auch nach der Diskussion um einen Panzer-Sketsch und einen Spruch in Verbindung mit dem Nazi-General Rommel, mit denen die Rochlitzer in die Schlagzeilen geraten waren. Rico Luge, Vorstand des KFC, machte in seiner Begrüßung auch deutlich, was die Narren unter Satire verstehen. "Wir hatten euch doch extra einen Parkplatz für euer Kettenfahrzeug frei gehalten", rief er in den Saal und bekam dafür viel Beifall.
Luge lieferte gleich hinterher noch den Beweis, dass man Worte und Namen nicht überbewerten soll. So rief er nach dem Rochlitzer Club die Vereine aus Rossau, Penig und Mittweida nach vorn, deren Chefs "der Braune, Erwin, Herr Führer und Adolf, Nachname Otto" sind. Die Genannten konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, von rechten Tendenzen distanzierten sich aber alle Präsidenten deutlich.
"Fasching macht keine Politik", bekräftigte der Crossener Präsident Marko Pappai, der mit seinen Leuten unentwegt den Saal mit Konfetti füllte. Die Papierschnipsel waren aber auch das einzige, was im rappelvollen Haus noch zu Boden gehen konnte. So zeigte der Rosenmontag wieder, dass hier der Höhepunkt der närrischen Saison ist. Ausgelassen wurde bis weit nach Mitternacht getanzt und gefeiert. Immer wieder ertönten die Schlachtrufe der Vereine, vor allem aber das verbindende "Saxonia helau", was Adolf Otto als Regionalvertreter des Verbandes Sächsischer Carneval besonders freute: "So oft wie in Kriebethal hört man diesen Ruf in Sachsen sonst nie."
Zufrieden mit der Saison waren alle Vereine, einzig der Weiberfasching lief weder in Frankenberg noch in Marbach gut. "Ansonsten hat im neuen Haus alles geklappt", sagte Frankenbergs Chefin Karin Lohfink. "Die Tendenz ist wieder steigend", erklärte KFC-Präsident Ronald Pöge, der am Rosenmontag wie sein Verein den 44. Geburtstag feierte. "Wir haben gut ein Viertel mehr Besucher", erklärte Otto, dessen Mittweidaer Verein gestern ähnlich groß feierte. "Nur unser Publikum kommt weniger aus Mittweida, mehr aus den Dörfern und Richtung Burgstädt."


