Sie soll gehen: Marlies Sedlaczek.
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Krankenhaus: Landrat zieht Notbremse
Finanzielle Schieflage der Mittweidaer Klinik hat personelle Konsequenzen
Mittweida/Freiberg. In der Chefetage des Mittweidaer Krankenhauses steht ein Machtwechsel an. Mittelsachsens Kreisräte wollen einen neuen Geschäftsführer für die kommunale Klinik einsetzen. Die amtierende Chefin Marlies Sedlaczek muss folglich offenbar ihren Platz räumen. Über diese Personalie wird während eines Sonderkreistages in Freiberg am kommenden Dienstag entschieden.
Landrat Volker Uhlig (CDU) zieht mit diesem Schritt die Notbremse. Denn das kreiseigene Haus plagen enorme Finanzsorgen. Während das Bilanzdefizit im vergangenen Jahr bei etwa 1,5 Millionen Euro lag, rechnet Uhlig für 2012 sogar mit einem Verlust von voraussichtlich zwei Millionen Euro. Mit einem Sparplan soll dieser Fehlbetrag jedoch deutlich verringert werden. Als Grund nannte der Landrat jüngst im Gespräch mit der "Freien Presse" Managementfehler. Die internen Warnsysteme hätten versagt.
Am Donnerstag wollte sich Verwaltungschef Uhlig nicht zur Personalie äußern. Marlies Sedlaczek war für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen und ihrer anstehenden Entlassung nicht erreichbar. Sie ist laut einer Kliniksprecherin krank. Marlies Sedlaczek war nach der Wende Finanzerin in der Kreisverwaltung des damaligen Landkreises Rochlitz. Mitte der 1990er-Jahre wechselte sie ins Krankenhausmanagement und war am Aufbau der Kreisklinik maßgeblich beteiligt.
Nach Informationen der "Freien Presse" soll der Chef des ebenfalls kreiseigenen Wirtschaftsbetriebes Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen (EKM), Jens Irmer, die Nachfolge der 57-Jährigen antreten. Er ist Diplomkaufmann und gilt als Feuerwehrmann mit einem kommunikativen Führungsstil. Uhlig hatte ihn 2002 noch als Landrat des Altkreises Freiberg für die Konsolidierung der in Schieflage geratenen Freiberger Verkehrsgesellschaft angeheuert. Als rechte Hand Irmers soll ein Mitarbeiter mit medizinischer Erfahrung installiert werden.
Linken-Fraktionschef Jens Stahlmann aus Hainichen sitzt in der Gesellschafterversammlung der Klinik. Er sieht den eingeschlagenen Weg als Chance für das Krankenhaus Mittweida und die Außenstellen in Frankenberg und Rochlitz. "Es geht nicht um Namen und persönliche Befindlichkeiten. Die Maßnahmen sind nötig, um die Klinik zu retten und Jobs zu sichern", sagt Stahlmann. Eine Fusion mit dem Kreiskrankenhaus in Freiberg stehe jedoch momentan nicht zur Debatte.
Indessen ist klar, dass die finanzielle Schieflage nur mit einem Konsolidierungskurs überwunden werden kann. Dazu zählt auch der Abbau von Personal. Unter anderem wurden auslaufende Verträge von Medizinern nicht verlängert. Die konkreten Folgen für die Außenstellen des Mittweidaer Hauses stehen indes noch nicht fest. Dem Vernehmen nach denken die Verantwortlichen darüber nach, das medizinische Angebot in Rochlitz und Frankenberg abzuspecken, um Kosten zu sparen.
Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) besteht auf den Erhalt der Klinik-Außenstelle in seiner Stadt. Mit Blick auf eine bereits erfolgte Ausdünnung des medizinischen Angebotes ist eine weitere Abspeckung des Hauses für ihn nicht akzeptabel. "Wir brauchen eine Lösung auf 20 Jahre. Dazu zählt auch die Modernisierung der Inneren Station", fordert Firmenich. Mittweidas Oberbürgermeister Matthias Damm (CDU) sieht die Notlage als Chance, das Haus zukunftsfähig zu machen. "Die Situation ist lösbar. Die Strukturen müssen jedoch auf den Prüfstand. Sie sind schließlich ein Grund für die Schieflage."


08:43 Uhr
hkörner: In Zusammenhang mit der finanziellen Schieflage der Klinik stellt sich die Frage, ob der Minderheitengesellschafter die Verluste der Gesellschaft mitträgt und welche Summe in den letzten Jahren über Beratungsleistungen u.ä. an den Minderhietengesellschaft abgeflossen sind.