Wie bereits 2011, so werden auch am Mittwoch wieder Lehrerinnen und Lehrer aus sächsischen Bildungseinrichtungen für bessere Unterrichtsbedingungen an den Schulen und eine gerechte Entlohnung protestieren.
Foto: Arno Burgi/Archiv
Lehrer aus Frankenberg und Hainichen protestieren in Dresden
Pädagogen aus der Region fahren heute zur Protestkundgebung in die Landeshauptstadt
Frankenberg/Hainichen. Wenn am Mittwochnachmittag vor dem Landtag in Dresden symbolisch ein riesiges Bildungspaket aufgestellt wird, dann werden auch Lehrer aus Schulen des Altkreises Mittweida ihre Forderungen dort hinein legen. "Genügend Lehrerstellen und Lehrernachwuchs, eine gerechte Eingruppierung, bessere Arbeitsbedingungen und eine Personalpolitik, die Ältere und Jüngere nicht gegeneinander ausspielt" - mit Nachdruck wollen die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie der Sächsische Lehrerverband dies am Mittwoch nochmals einfordern.
Unter den rund 20 Pädagogen des Frankenberger Martin-Luther-Gymnasiums, die vom Bahnhof aus mit dem Sonderbus nach Dresden fahren, ist Lehrer Franco Gabsch. "Wir werden unter anderem gegen die Einstellungspolitik protestieren", sagt er. Denn ausgeschriebene Stellen könnten nicht besetzt werden, weil es dafür keine geeigneten Bewerber gibt. "Es wurde versäumt, vor allem für die naturwissenschaftlichen Fächer auszubilden", wirft er der Landesregierung vor. Dieses Manko werde sich zu einem Riesenproblem ausweiten, das Loch werde bis 2020 immer größer, befürchtet Franco Gabsch. Ein Riesenproblem sei zudem die Eingruppierung der Lehrer. Auch deshalb sei es schwer, geeigneten Nachwuchs in Sachsen zu finden.
Über Unterrichtsvertretungen wegen der Demo muss sich laut Schulleiterin Rosengart Burkert niemand Gedanken machen, denn mittwochs ist generell um 13 Uhr Unterrichtsschluss. Sabine Heinecke, Lehrerin an der Frankenberger Astrid-Lindgren-Grundschule, kann die Forderung ihres Kollegen vom Gymnasium durchaus teilen: "Wichtig ist, dass die Eingruppierungen nun endlich mal in Angriff genommen werden." Denn die Entlohnung der sächsischen Lehrkräfte weise ein Gefälle zu anderen Bundesländern auf. Das sei laut Lehrerverband ein Standortnachteil, der 20 Jahre nach der Wiedervereinigung endlich beseitigt werden müsse. "Grundschullehrer in die Entgeltgruppe 11, Mittel- und Förderschullehrer in die Gruppe 13" - das will der Sächsische Lehrerverband am Mittwoch einklagen.
Kerstin Gabsch, die an der Hainichener Maxim-Gorki-Mittelschule unterrichtet, möchte mit ihrer Teilnahme an der Kundgebung auch dafür kämpfen, dass die Klassenstärken nicht weiter erhöht werden. "Wir sind bereits bei 28Schülern angekommen", gibt sie zu bedenken. Auch sollte die Zahl der Pflichtstunden nicht weiter steigen. Die sächsischen Lehrer würden bereits die meisten Stunden geben.
Acht Pädagogen der Gorki-Schule sind am Mittwoch in Dresden mit dabei. Schulleiter Frank Dittmann: "Es fahren die Kollegen, die keinen Unterricht haben. Es ist also alles abgesichert bei uns." Nach Angaben des Lehrerverbandes machen sich bereits im Jahr 2014 mehr als 1000 Einstellungen notwendig, wenn Sachsen die jetzigen Rahmenbedingungen so beibehält. 2018 würden bereits 1500 neue Lehrer benötigt. Das setze sich auf hohem Niveau bis 2030 fort. Durch steigende Schülerzahlen brauche der Freistaat bis dahin dann zirka 29.000 Lehrerstellen.

