Mit dem Bau des neuen Medienzentrums der Hochschule Mittweida soll auch ein Parkdeck mit 117 Stellplätzen entstehen.
Foto: Falk Bernhardt
Medienzentrum-Parkdeck in Mittweida bringt weitere 117 Plätze
Bürgerbefragung erzielt geringe Resonanz
Mittweida. Mit seinem Fazit der vor wenigen Tagen beendeten Bürgerbefragung zur Parksituation in Mittweida bekommt Oberbürgermeister Matthias Damm (CDU) nun auch Rückendeckung durch die Hochschule selbst. Auch Kanzlerin Sylvia Bäßler ist verwundert über die mangelnde Resonanz seitens der Hochschule. Aus der gesamten Hochschulstadt waren lediglich 63 Fragebögen wieder im Rathaus angekommen.
Damm hatte wegen dieses, wie er am Montag noch einmal betonte, "hochgradig erschreckenden" Ergebnisses geschlussfolgert: "Mittweida hat kein Parkplatzproblem." Gewerbering-Chef Stefan Esni sieht das ebenso, wie er vor wenigen Tagen der "Freien Presse" sagte. In der Bürgerschaft jedoch gibt es leise Zweifel, ob auch die Hochschule gebührend in diese Umfrage einbezogen worden sei, wie Ullrich Müller aus Mittweida erklärt.
"Wir haben den Wunsch der Stadt erfüllt und die Mail an jeden Studierenden, jeden Professor und alle Mitarbeiter weitergeleitet", kann die Kanzlerin bestätigen. Sie könne daher dem OB nur beipflichten, wenn er in Mittweida kein größeres Parkplatzproblem sieht. "Man muss auch die Studierenden verstehen, denn ein Stellplatz kostet nun mal Geld", spielt sie auf das Parkhaus an, für das ein Standort l an der Zimmerstraße geprüft wurde.
Sylvia Bäßler verweist aber auch auf das Parkdeck, das einmal hinter dem neuen Medienzentrum an der Bahnhofstraße entstehen wird und das nach Fertigstellung über 117 Stellplätze auf zwei Etagen verfügen soll. Zudem habe die Hochschule auch innerhalb des Campus' in jenen Bereichen, wo es möglich war, weitere Parkflächen erschlossen. Auch deshalb habe sich wahrscheinlich das Interesse der Studenten an dieser Befragung in Grenzen gehalten, vermutet die Kanzlerin.
Damm ist dagegen, Studenten und Einwohner getrennt zu betrachten. "Das sind alles Bürger unserer Stadt", sagt er und schlägt vor, gemeinsam mit der Hochschule auch noch weitere Reserven in Sachen Pkw-Stellflächen zu erschließen. Nach der "aufgeheizten Diskussion um den Tzschirnerplatz" aber sei es für ihn verwunderlich, dass die Bürgerbefragung, die sogar noch verlängert wurde, kein größeres Interesse fand. In den 1990-er Jahren, als die Stadtverwaltung wissen wollte, was die Bürger vom Bau eines Parkdecks an der Zimmerstraße halten, sei die Resonanz ähnlich gering gewesen. Die Stadt wolle daher noch einmal eine Optimierung der bestehenden Parkflächen vornehmen. Das reiche laut Damm aber aus.

