Diese vier Mitarbeiter des Energieriesen, die in Elsdorf derzeit das dortige Umspannwerk umrüsten, brüteten am Freitagnachmittag bei sommerlichen Temperaturen über den Plänen. Diese vier Mitarbeiter des Energieriesen, die in Elsdorf derzeit das dortige Umspannwerk umrüsten, brüteten am Freitagnachmittag bei sommerlichen Temperaturen über den Plänen.

Foto: Mario Hösel

Mitnetz will dieses Jahr rund 32,7 Millionen in Stromnetz stecken

Teil der Investitionen ist nötig, um Energie aus Sonne und Windkraft weiterzuleiten

Mittweida/Lunzenau. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne, Wasserkraft und Biomasse hat in Mittelsachsen zugelegt. Dem Trend ist das Stromnetz an manchen Orten noch nicht gewachsen. So muss der Stromnetzbetreiber Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom (Mitnetz) einen Teil seiner für 2012 geplanten Investitionen für neue und vor allem stärkere Leitungen einsetzen. Die sind nötig, um die mit Windrädern oder Solaranlagen gewonnene Energie abzunehmen und zu den Kunden zu leiten.

1,2 Millionen fließen nach Elsdorf

Ein Beispiel dafür ist die geplante Verlegung eines rund acht Kilometer langen Mittelspannungskabels vom Umspannwerk Mittweida ins Gewerbegebiet Bornheimer Straße. Anlass dafür ist die steigende Stromeinspeisung insbesondere aus Windkraftanlagen, die im benachbarten Erlau gebaut worden sind. Dort drehen sich seit Jahresbeginn auch die Flügel der größten Windenergieanlage Sachsens. "Die Versorgungsnetze müssen diesen Strom aufnehmen, gelangen dabei aber an ihre Übertragungsgrenzen", begründet Uwe Kramer, Leiter der Netzregion Süd-Sachsen von Mitnetz, die Ausgaben für das Projekt in Mittweida von rund 480.000 Euro.

Den gleichen Hintergrund führt er für eine der größten Einzelinvestitionen von Mitnetz in Mittelsachsen in diesem Jahr an: Rund 1,2 Millionen Euro will das Tochterunternehmen des Stromversorgers EnviaM in das Umspannwerk im Lunzenauer Ortsteil Oberelsdorf investieren.

Die Windenergie ist die wichtigste grüne Energiequelle in Mittelsachsen mit knapp 200 Megawatt Leistung. Zum Vergleich: Solaranlagen im Kreis liefern bis zu 82,5 Megawatt. Im Jahr 2011 konnten insgesamt 338,5 Megawatt grüner Strom erzeugt werden. Dabei macht Kramer keinen Hehl daraus, dass die im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien stehenden Investitionen in den Netzausbau letztlich über Stromentgelte der Verbraucher finanziert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt der Bauvorhaben von Mitnetz betrifft den Ersatz von Freileitungen durch in der Erde verlegte Kabel. Zu den größten Vorhaben der Art zählt 2012 der Ersatz der Freileitungen vom Umspannwerk Clausnitz bis Sayda sowie nach Dittersbach durch rund 9,5 Kilometer Mittelspannungskabel.

Zu den größeren Investitionen (2,6 Millionen Euro) zählt auch die Modernisierung der Schaltanlagen im Umspannwerk in Frankenberg, wo zudem bis Mai 2014 ein neues Betriebsgebäude entsteht.

 
erschienen am 29.06.2012 ( Von Jan Leissner )
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