The Smokkings hatten am Donnerstagabend zum Campusfestival als letzte Gruppe im Bandwettbewerb die meisten Besucher vor der Bühne.
Foto: Falk Bernhardt
Mittweida rockt auf der ruhigen Schiene
Beim Bandwettbewerb zum Campusfestival waren Jury und Publikum völlig gegensätzlicher Meinung
Mittweida. Der Slogan "Sachsen rockt" war einmal. "Mittweida tanzt und quatscht" beschreibt schon eher den Auftakt des Campusfestivals an der Hochschule. Knapp 900 Besucher kamen nach Angaben der Veranstalter am Donnerstagabend hier zusammen, um sechs Gruppen auf der Bühnen zu erleben. Dennoch meinten einige die Stammgäste, dass es so leer hier noch nie war. Die Stimmung war dennoch gut, Studenten und viele Mittweidaer Einwohner wollten einfach ein tollen Abend erleben. Und den hat das Team der Hochschule auch wirklich perfekt organisiert.
Wie unterschiedlich die musikalischen Geschmäcker sein können, zeigte die Auswertung des "99drei Bandcontest" gut eine halbe Stunde nach Mitternacht. Das Publikum hatte zuvor schon mit Beifall den Bands The Smokkings und I come from the Sun die meiste Wertschätzung zukommen lassen. Letztere bekamen vor allem Dank der tollen Stimme von Frontmann Florian Becker auch den Publikumspreis, dicht gefolgt von The Smokkings, die als letzte der vier Gruppen im Wettbewerb für die meiste Bewegung im Publikum gesorgt hatten. Die Jury entschied sich jedoch für Pepe und lobte deren Originalität.
"Innovation und Andersartigkeit müssen belohnt werden", begründete Juror Steffen Lukas die Entscheidung für Pepe. Der als "Opa Unger" bekannte Radiomoderator freute sich, mal nur zuschauen und zuhören zu dürfen, was die anderen so machen. Besonders beeindruckten ihn die Mittweidaer Studenten: "Wie die das hier organisieren ist wirklich professionell, vor allem die Leidenschaft, mit der sich wirklich alle richtig reinhängen."
Etwas davon hatte man sich auch vom Höhepunkt des Abends versprochen: Northern Lite standen auf der Bühne - viel mehr aber auch nicht. Sie spulten ihr Programm mit einer stoischen Ruhe ab, die man aber auch als extrem cool bezeichnen könnte. Die Ansagen wurden auf ein Minimum reduziert, ab und an gingen auch ein paar Hände in die Höhe. Vor der Bühne wurde jedenfalls getanzt, die elektronischen Beats hackten sich durch die Nacht und hin und wieder bekam auch die Gitarre mehr als nur eine Nebenrolle, was die Rockfans wohlwollend registrierten. Produzent Christian Wolf war hochzufrieden: "Alles hat sogar noch besser geklappt, als wir uns das vorgestellt haben."

