Die Mädchen und Jungen des musischen Kindergartens "Triangel" - hier im Bild mit Leiterin Kerstin Loose (r.) und Erzieherin Rosi Findeisen - haben in ihrem Übergangsquartier Neubauschule zurzeit gute Bedingungen. Doch sie und viele Eltern freuen sich bereits auf den Neubau im Stadtzentrum.
Foto: Falk Bernhardt
Schlagabtausch um neuen Kita-Standort
Neues Gebäude für Frankenberger Kindertagesstätte "Triangel" soll an August-Bebel-Straße gebaut werden
Frankenberg. Standort Baderberg oder August-Bebel-Straße, oder soll die Kita "Triangel" eventuell doch noch einige Jahre im Übergangsquartier Neubauschule ausharren? Zur Stadtratssitzung am Mittwochabend im Bildungszentrum lieferten sich die Fraktionen untereinander und auch mit der Verwaltung einen heftigen Schlagabtausch. Letztendlich folgte die übergroße Mehrheit der Räte dann doch dem Vorschlag der Verwaltung und entschied sich für einen Neubau am Standort August-Bebel-Straße - dort, wo derzeit die alten Gebäude zwischen Freiberger Straße und Parkstraße abgerissen werden.
"Allerdings nur, wenn die Finanzierung geklärt ist", hatte Linke-Stadträtin Sylke Zehrfeld gefordert. Dieser Einwand stieß bei vielen auf Zustimmung, denn die Verwaltung drängt bei diesem Projekt auf Eile. Da der Jugendhilfeausschuss des Landkreises den Bauabschnitt Krippe auf die mittelsächsische Prioritätenliste gesetzt hat und über diese Anfang kommenden Jahres abstimmen will, ist Frankenberg in Zugzwang. "Die Stadt kann somit der Kreisverwaltung bis Jahresende den Förderantrag vorlegen", zeigte sich Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) zufrieden über den Ausgang der Abstimmung.
Teils heftiger Gegenwind
Dabei drohte diese kurz zuvor noch zu kippen. Denn vor allem aus den Fraktionen Gewerbeverband, Linke und SPD gab es teils heftigen Gegenwind. So äußerte Gewerbeverband-Fraktionschef Torsten Recht Bedenken, weil für den Neubau eine Kreditaufnahme notwendig wird. Seiner Meinung nach könnte die Kita "Triangel" noch einige Jahre in der mit städtischem Geld hergerichteten Neubauschule bleiben. "Das Geld soll lieber in die Sanierung der Kita ,Taka-Tuka-Land' gesteckt werden", forderte er. "Wir können die ,Triangel' nicht noch vier bis fünf Jahre in der Neubauschule lassen. Die Fördermittel stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung", hielt Winfried Aisch von der CDU-Fraktion dagegen. SPD-Stadtrat Ernst Kühnert hielt sogar den Standort Baderberg für die bessere Alternative. "Man kann doch nicht einfach einen Kindergarten irgendwohin bauen, nur weil Fördermittel da sind", schüttelte er den Kopf. Doch der Hauptausschuss und auch der Technische Ausschuss hatten sich im Vorfeld bereits mehrheitlich für die August-Bebel-Straße entschieden.
Diakonie lobt: Gute Entscheidung
"Die Räte haben eine gute Entscheidung getroffen", lobte am Donnerstag Bernd Merkel, der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Rochlitz, in dessen Trägerschaft sich die Kita "Triangel" befindet. Er sowie zwei Mitarbeiterinnen der Kita hatten die Stadtratssitzung mitverfolgt. Merkels Einschätzung danach: "Ich kann die Diskussion gut nachvollziehen. Und auch die Neubauschule ist eine gute und nachvollziehbare Übergangslösung." Für eine langjährige Nutzung sei diese aber sowohl aus bautechnischer als auch aus energetischer Sicht nicht geeignet. Schließlich hätten die Stadt und die Eltern die Last der Betriebskosten zu tragen.
Jetzt ist es entschieden: Die neue Kita mit 36 Krippen- und 54 Kindergartenplätzen wird neben dem Friedenspark gebaut. Für den zweiten Bauabschnitt Kindergarten wird sich die Stadt um EU-Fördermittel oder Städtebaumittel bemühen.


