Die Landesgruppe Sachsen der Deutschen Burgenvereinigung will sich auch um die Burgruine Frauenstein kümmern. Im Bild der Friedrich-Silcher-Chor aus Dippoldiswalde zur Saisoneröffnung im Mai.
Foto: P. Hertel/Archiv
Sorgenkinder auf dem "platten Land"
Burgvereinigung: Herrenhäuser drohen einzustürzen
Kriebstein. Kriebstein. Die Herrenhäuser in der Region zu erhalten ist eines der aktuellen Anliegen der Landesgruppe Sachsen der Deutschen Burgenvereinigung. Das sagte Bernd Wippert, Vorsitzender der Landesgruppe Sachsen und Chef von Burg Kriebstein am Montag.
"Wir als Landesgruppe brauchen uns nicht Gedanken um das Fortbestehen der großen staatlichen Schlösser zu machen. Diese werden sorgsam saniert, wie zum Beispiel das vor kurzem eröffnete Schloss Lichtenwalde zeigt", erklärte Wippert. "Unsere Sorgenkinder finden wir auf dem ,platten Land': bei den Herrenhäusern." Das Hauptproblem liege darin, dass Kommunen diese schlossartigen Großbauernhäuser oft finanziell nicht halten können und deshalb "abstoßen".
Private Investoren wiederum lassen sich Wippert zufolge mit der Sanierung zu lange Zeit, sodass die Gebäude vor sich hin dümpeln. Konkrete Beispiele wollte er nicht nennen - es betreffe vor allem Bauten der Lausitz. In Mittelsachsen dagegen findet man neben einigen schwarzen Schafen viele positiven Beispiele direkt vor der eigenen Burgtür. So ist es seiner Aussage nach dem Förderverein "Freundeskreis Kriebstein" zu verdanken, dass das Herrenhaus der Burg bis heute erhalten geblieben ist. Dessen Mitglieder bauen das Gebäude gegenwärtig ehrenamtlich aus, damit es später auch als Veranstaltungsstätte für Kinder genutzt werden kann.
Ein anderes Vorhaben sei die Burgruine von Frauenstein - auch sie werde von einem Verein gehegt und gepflegt. Noch in diesem Jahr, so ist es fest geplant, wird der 22 Meter tiefe Burgbrunnen, seit Jahrzehnten mit Bauschutt verunreinigt, entleert. "Mal sehen, wie tief der Brunnen wirklich ist." Auf jeden Fall: "Die Attraktivität der Burgruine als Veranstaltungsort und Touristenattraktion kann so weiter erhöht werden." Wipperts grober Schätzung zufolge gibt es im Freistaat nur noch an die 500 Herrenhäuser.

