Die Verwandlungskünstler vom Ringethaler Carnevalsverein: Die Mädels schälten sich später noch aus ihren "Tanzsäcken".
Foto: Falk Bernhardt
Talentefest in Mittweida: Die große Bühne für tolle Ideen
Teilnehmer bekamen nicht nur Aufmerksamkeit
Mittweida. Was auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenpassen wollte, ging am Samstag im großen Festzelt im Mittweidaer Stadion doch unter ein Dach. Viel mehr noch: Die Teilnehmer des achten Talentefestes der IMM-Stiftung boten eine Mischung, die gleich mehrere Stunden gute Unterhaltung garantierte. Künstler, Wissenschaftler und Sportler bekamen abwechselnd die Aufmerksamkeit, die Sieger jeweils 250 Euro Preisgeld.
So folgte der Tanzdarbietung ein Musikstück, gefolgt von Erläuterung zu einer technischen Innovation. Vor dem Zelt boten Hüpfburg, Bastelangebote und die Reaktionswand T-Wall Abwechslung. Kinder durften in einem bei IMM entwickelten Projekt auch selbst einen Blicklichtbausatz löten. Zudem ackerten sich nebenan auf dem Fußballplatz die Freizeitkicker ab, die Oldies des SV Germania wurden schließlich Stadtmeister. IMM-Chef Detlev Müller konnte die Finalniederlage seines Firmenteams gut verkraften: "Der Tag ist insgesamt toll gelaufen. Die Resonanz ist super. So viele Besucher hatten wir noch nie."
Jurymitglied Margot Sander fiel die Entscheidung nicht leicht: "Wir schauen schon genau hin, was richtige Talente sind, und welche Gruppen nur für sich selbst die Werbetrommel rühren wollen. Auch das ist ja durchaus legitim. Aber hier sind richtig gute Sachen dabei." Die Mitwirkenden schauten natürlich bei der Konkurrenz aufmerksam hin. Thomas Waldheim, Geschäftsführer des Talsperrenzweckverbandes, hatte dabei besonderes Interesse. Er hebt nun zum Talsperrenfest die "KriebsTON-Talents" aus der Taufe, ein ähnlich gelagertes Podium für junge Talente. "Da werfen wir uns mit der IMM-Stiftung praktisch den Ball zu, profitieren so voneinander", erklärte Waldheim. "Der Stellenwert, den die Veranstaltung hier erreicht hat, ist schon beachtlich. Wir wollen an der Talsperre halt auch verstärkt jüngeres Publikum ansprechen, dazu soll eben die Talentshow am 28. Juli beitragen."
Ein bisschen Werbung in eigener Sache machte am Samstag auch Harald Kegler. Der Professor der Bauhaus-Universität Dessau stellte den Verein "Akademie der unnützen Themen" vor, war zudem Jurymitglied im technischen Bereich. "Es sind engagierte junge Leute, die sich gut präsentieren und mit originellen Ansätzen auffallen", sagte Kegler. Das passe wiederum gut zum Grundgedanken dieser Akademie, die das um die Ecke denken zum Leitspruch erhoben hat. "Wir müssen weg von diesem Möglichkeitswahn", forderte Kegler. "Ausgehend von Dingen, die Spaß machen, soll man ruhig mal weiterdenken, über den Tellerrand schauen. Dafür ist das hier ein gutes Podium, die jungen Forscher haben viel Potenzial."

