Der Abriss des Hauses A der alten Baumwollspinnerei in Mittweida hat bereits begonnen, wurde nun aber vom Frost vorerst gestoppt.
Foto: Falk Bernhardt
Teil der alten Baumwollspinnerei in Mittweida wird abgerissen
Spinnerei zählte einst zu den imposantesten Bauwerken der Stadt
Mittweida. An der ehemaligen Baumwollspinnerei in Mittweida hat sich in den vergangenen Tagen der Abrissbagger gedreht. Beseitigt wird das Haus A, ein roter Backsteinbau. "Leicht ist mir der Entschluss auch nicht gefallen, es ist aber die beste Lösung", erklärte Mirko Bungert, Geschäftsführer derB&B Immobilienverwaltungs GmbH Co. KG. Er hatte das 4,4 Hektar große Gelände von der Dresdener Helionpark GmbH gekauft, über den Kaufpreis wollte er keine Angaben machen.
Während sich in den übrigen Gebäuden Mieter ansiedelten, gab es für das vierstöckige Haus einfach keine Interessenten. "Ein entscheidender Grund war offenbar, dass in den Räumen viele tragende Säulen in sehr geringem Abstand zu finden waren. Für die Spinnerei war das ideal, für Mieter aber hinderlich", sagte Bungert.
Für das leer stehende Gebäude habe er pro Jahr 7000 Euro an Grundsteuer an die Stadt Mittweida zahlen müssen. "Da abzusehen war, dass auch in absehbarer Zeit kein Interessent für das Gebäude zu gewinnen ist, habe ich mich für den sofortigen Abriss entschieden, der nun auf meine Kosten gestartet wurde", erklärte er.
Obwohl wegen der niedrigen Temperaturen die Arbeiten am Freitag gestoppt wurden, glaubt Bungert, Ende des Monats den Gebäudeabriss beendet zu haben. Auf dem frei werdenden Gelände soll dann ein größerer Parkplatz entstehen.
Wie Bungert informierte, soll es für das ehemalige Verwaltungsgebäude am Eingang einen Interessenten geben, der hier eine Gaststätte betreiben wolle. Der entstehende Parkplatz würde dann auch den Besuchern zur Verfügung stehen. "Die Gegend bietet sich für Wanderer und Naturliebhaber förmlich an. Da muss es auch Möglichkeiten zur Einkehr geben", erklärte der Geschäftsführer.
Er machte deutlich, dass er großes Interesse daran hat, dass das gesamte Areal des ehemaligen Betriebsgeländes lebt und gut ausgelastet werde. Für neue Elektro- und Wasseranschlüsse habe er immerhin rund 80.000 Euro investiert. Bungert: "Bis auf ein kleines Gebäude, welches als altes Badehaus bekannt ist, soll im Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei nichts mehr abgerissen werden. Vielmehr gibt es Gespräche mit weiteren Mietinteressenten. Einheimische Bewerber liegen mir dabei besonders am Herzen."


