Am Beispiel der Stadt Neu-Ulm (Foto) will sich der ZWA beim Bau des neuen Klärschlamm-Kraftwerkes orientieren. Dort gab es allerdings die Besonderheit, dass die neue Anlage bereits in das vorhandene Gebäude integriert werden musste.
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ZWA will Klärschlamm-Kraftwerk am Frankenberger Schilfteich errichten
Aus Abwasser werden Strom und Wärme - Eulenberger: Bau nur bei 50-prozentiger Förderung möglich - Ähnliche Anlage in Neu-Ulm dient Zweckverband als Vorbild
Frankenberg. Am Frankenberger Schilfteich - direkt neben der jetzigen Kläranlage - will der Wasserzweckverband ZWA in den kommenden Jahren ein modernes Klärschlamm-Kraftwerk errichten.
Ursprünglich waren auch Hainichen und Oederan im Gespräch, doch man habe sich für diesen Vorzugsstandort, auf dem eine 70 mal 50 Meter große Fläche für die moderne Anlage benötigt wird, entschieden, sagt Ulrich Pötzsch, der Technische Geschäftsleiter beim ZWA.
Sie könnte in Zukunft Kosten sparen helfen, denn etwa 80 Prozent der Lkw-Klärschlamm-Transporte fallen dann weg. "Jetzt müssen wir den Klärschlamm aus unseren Anlagen beispielsweise bis nach Boxberg fahren, später dann nur noch bis Frankenberg", macht Pötzsch deutlich. Zudem könnten Elektro- und Wärmeenergie erzeugt werden, deren Verkauf dem ZWA zusätzliche Einnahmen bescheren soll.
Und so funktioniert das Kraftwerk: Der Klärschlamm, von dem jährlich rund 12.000 Tonnen anfallen, wird mit so genannten Krümelstoffen, die zu Massen in den Kriebethaler Papierfabriken Wepa sowie Kübler & Niethammer anfallen, vermischt. "Nach einer Trocknungsphase entstehen Briketts, die vom Heizwert der Rohbraunkohle ähnlich sind und in einem Wirbelschichtofen verbrannt werden", erklärt Pötzsch. Eine über Wasserdampf angetriebene Turbine erzeugt 900 Kilowatt Strom. Mit der erzeugten Wärme könnten kommunale Einrichtungen in der Stadt beheizt werden.
Und selbst für die Asche gebe es noch eine Verwendung, denn die könnte laut Pötzsch wegen des hohen Kreideanteils in der chemischen oder der Baustoffindustrie Verwendung finden. Statt des Dieselausstoßes durch die Lkw, der in Zukunft auf ein Zwanzigstel zurückgefahren werden kann, entstünde lediglich Rauchgas, das mittels einer aufwändigen Anlage umweltfreundlich gereinigt wird. "Eine Kosteneinsparung von 839.000 Euro pro Jahr, das muss unser aller Ziel sein", gibt Pötzsch vor.
Verbandsvorsitzender Thomas Eulenberger macht den Bau dieser Anlage allerdings von einer 50-prozentigen Förderung abhängig, "sonst wäre das Projekt nicht darstellbar und nicht umzusetzen", gibt er zu bedenken. Liegt eine Förderzusage vor, dann sollen noch in diesem Jahr die Planungen beginnen. 2013 müsse die Anlage stehen, da dann die gewerbliche Förderung zu Ende ist. Die Verbandsversammlung muss dem Vorhaben noch zustimmen.


