Kein Zurück: Norbert Moßig von der Freiberger Gebietsverkehrswacht testete, was passiert, wenn man vergessen hat, seinen Parkschein zu entwerten. Dann sitzt das Auto fest, und man geht auf Automatensuche.  
Kein Zurück: Norbert Moßig von der Freiberger Gebietsverkehrswacht testete, was passiert, wenn man vergessen hat, seinen Parkschein zu entwerten. Dann sitzt das Auto fest, und man geht auf Automatensuche.

Foto: Eckardt Mildner

Parkhaus "Altstadt" in Freiberg: Test deckt Mängel auf

Fehlende Hinweisschilder, eine fragwürdige dritte Schranke und enge Lücken: Norbert Moßig von der Gebietsverkehrswacht hat für die "Freie Presse" im Neubau eingeparkt

Freiberg. Applaus am Samstagvormittag bei der Übergabe, Ernüchterung am Tag darauf: Norbert Moßig, Fahrlehrer und Mitglied der Freiberger Gebietsverkehrswacht, hat für die "Freie Presse" einen Tag nach der Eröffnung des Parkhauses "Altstadt" den Praxistest gemacht. Dabei deckte er zahlreiche Mängel auf. "Hier gibt es noch einiges zu tun", lautet sein Fazit. "Das Parkhaus ist ja gerade erst fertiggeworden. Sicher wird das eine oder andere Problem noch behoben." Auf folgende Schwierigkeiten stieß der erfahrene Autofahrer:

Die Einfahrt: Aus Richtung Dresden kommend ist das Rechtsabbiegen von der B 101 kein Problem, aus der anderen Richtung ist das Linksabbiegen verboten. "Wer ortsfremd ist, muss dann erst einmal lange nach einer Wendemöglichkeit suchen", sagt Moßig. "Dort wäre eine Orientierungshilfe gut, wie zum Beispiel die nach einer Wendemöglichkeit am Kreisverkehr."

Die Preistafel: Die fehlt noch völlig. Wer einmal ins Parkhaus eingefahren ist, muss zahlen. Wie viel, weiß er vorher nicht, denn eine Informationstafel zu den Tarifen fehlt. Die Auffahrten: Sind eng, aber laut Moßig kein Problem für geübte Fahrer. "Man muss nur langsam fahren und gut aufpassen, denn Auf- und Abfahrten liegen eng beieinander."

Die Orientierung: Hinweisschilder darauf, welches die Auffahrt und welches die Abfahrt ist, sind sehr versteckt. "Für ältere Autofahrer ist das schwierig", sagt Moßig. Gut findet der Experte zur Orientierung die farbigen Streifen an Wänden, die in jeder Etage anders aussehen.

Die Parklücken: "Die sind optimal reingequetscht", sagt Norbert Moßig. "In Parkhäusern von Großstädten ist das nicht anders, aber wer etwas korpulenter ist, kann beim Aussteigen Probleme bekommen." Ungünstig findet der Fahrlehrer, dass die gegenüberliegenden Lücken versetzt aufgemalt sind. "Das erschwert die Orientierung beim Rückwärtseinparken, ist aber baulich nicht anders zu lösen."

Die Ausfahrt: Hier staunte der Experte: Es befindet sich neben der Ein- und Ausfahrtsschranke am Ticketautomaten eine dritte Schranke vor der Ausfahrt. Diese öffnet sich automatisch und schließt sich wieder. "Wer jetzt merkt, dass er sein Ticket nicht entwertet oder verloren hat, ist eingesperrt", sagt Moßig. "Wenn dann dahinter zehn Autos hupen und der Kassenautomaten zu suchen ist - wieder ohne Hinweisschilder, wo - kann das zur Belastungsprobe werden." Ausgerechnet während des Tests passierte dieses Malheur einem älteren Herren. Ohne fremde Hilfe wäre er zwischen zwei Schranken verloren gewesen.

 
erschienen am 03.06.2012 ( Von Thomas Reibetanz )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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