Foto: Ariane Bühner-Stroh
21 Millionen Euro Schaden durch Straftaten
Jüngste Kriminalitätsstatistik der Polizei zeichnet ein düsteres Bild
Chemnitz/Rochlitz. Chemnitz/Rochlitz. Ein spektakulärer Betrugsfall in Mittelsachsen hat dafür gesorgt, dass Polizeipräsident Uwe Reißmann am Donnerstag einen auf den ersten Blick alarmierenden Anstieg der Straftaten vermelden musste. Demzufolge haben die Beamten in den Revierbereichen Rochlitz/Burgstädt, Mittweida/Flöha und Freiberg/Brand-Erbisdorf im Vorjahr insgesamt 1128 Fälle mehr registriert als 2009.
"Das ist aber nicht gleichzusetzen mit einem Zuwachs an Kriminalität", sagte Reißmann. Den Widerspruch erklärte er mit dem 2010 abgeschlossenen Betrugsverfahren gegen einen Oederaner Hotelbesitzer, der in 2449 Einzelfällen Hotelgutscheine versteigert habe, ohne die dafür versprochene Leistung zu erbringen. Das habe sich auch bei den deutlich gestiegenen Fallzahlen im Revierbereich Mittweida/Flöha niedergeschlagen, während im Nachbarrevier Rochlitz/Burgstädt ein Rückgang der Straftaten von zwei Prozent konstatiert wurde.
Abgesehen von dem verzerrten Statistikbild bleibt eine Zahl dennoch bedenklich: Die Summe aller Schäden aus kriminellen Machenschaften in den mittelsächsischen Revieren der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge ist 2010 im Vergleich zum Vorjahr um sechs auf 21Millionen Euro gestiegen. Daran waren Betrüger mit knapp elf Millionen Euro beteiligt, Diebe richteten einen Schaden von rund 5,6 Millionen Euro an. Nach Fälschungs- und Vermögensdelikten machen Diebstahlshandlungen immerhin den zweitgrößten Anteil der Gesamtkriminalität in den drei Revierbereichen in Mittelsachsen aus. Während 2010 insgesamt weniger Diebstahlsfälle angezeigt wurden als in den Vorjahren, waren im Vorjahr deutlich mehr Baustellen das Ziel von Beutezügen. Nach Angaben des Polizeipräsidenten wurden auch mehr Autos gestohlen. Verschwanden 2009 auf die Weise noch 56 Kfz, waren es im Vorjahr zehn Autos mehr. Erstmals seit 2007 verzeichneten die Beamten dagegen einen Rückgang bei den so genannten Straftaten "rund ums Kfz" (158 Fälle weniger), zu denen auch Einbrüche in Autos zählen. Schwerpunkt solcher Delikte war der Revierbereich Freiberg, während die wenigsten Fälle in Rochlitz zur Anzeige kamen.

