Der Bau der Leipzig-Autobahn zwischen Niederfrohna und Rathendorf läuft auf Hochtouren. Bis Jahresende werden mehr als eine Millionen Kubikmeter Erde bewegt. Damit scheint der Freigabe des 12,2 Kilometer langen Abschnitts Ende kommenden Jahres tatsächlich nichts mehr im Wege zu stehen.

60 Prozent der Erdarbeiten bereits erledigt

Leipzig-Autobahn soll zwischen Niederfrohna und Rathendorf bis Jahresende betoniert sein - Anlieger müssen weiter mit Belastungen leben

Penig. Penig. Zum Frühstück mal schnell in die Messestadt - Mit der Fertigstellung des 62 Kilomter langen Abschnitts der Leipzig-Autobahn spätestens 2016 ist das von Penig aus ein Kinderspiel. Doch bis dahin müssen die Baufirmen ranklotzen und die Muldestädter mit den Belastungen des Autobahnbaus leben.

Immerhin ist für den im März begonnenen Trassenbau allein zwischen dem 710 Meter langen Mulden-Viadukt und der Anschlussstelle Rathendorf ein technisches Großaufgebot im Einsatz: Zehn Raubenbagger, sieben Planierraupen und Walzen, 25 Großgeräte und 20 Megalaster setzt der Baugigant Bilfinger Berger auf seinem 7,4 Kilometer langen Abschnitt ein. Die 50 Mitarbeiter haben bisher 800.000 Kubikmeter Erde bewegt. Somit sind mehr als 60 Prozent dieser Erdbauarbeiten in dem Abschnitt erledigt. "Insgesamt werden wir bis Ende des Jahres 1,2 Millionen Kubikmeter Boden bewegt haben. Davon transportieren wir etwa die Hälfte ab, der Rest wird für Rampen und den Untergrund genutzt", erklärte Christoph Adler, Niederlassungleiter des Mannheimer Baukonzerns.

Das ist jedoch nur das Ziel für 2010. Spielt das Wetter mit, könnte auch die Hauptstrecke in diesem Abschnitt bis Jahresende betoniert sein. "Dafür muss es aber möglichst lange trocken bleiben. Sonst brechen die Kanten des Waschbetons weg und die Oberfläche nimmt Schaden", sagte Adler. 170.000 Qudratmeter umfasst die 11,50 Meter breite, zweispurige Trasse mit Pannenstreifen auf 7,4 Kilometer Länge. Dabei setzt Bilfinger Berger auf einen neuen Untergrund. Die sogenannte Waschbeton-Bauweise wird erst seit drei Jahren angewandt. Adler erklärt: "Die oberste ein bis zwei Millimeter dünne Schicht Feinmörtel wird mit einem rotierenden, maschinellen Besen ausgekehrt. Dadurch erhöht sich die Griffigkeit der Oberfläche, Spurrinnen sind nahezu ausgeschlossen." Zudem erhöht sich die Lebensdauer des Betons im Vergleich zum Asphalt spürbar - mehr als 30 Jahre sollte die Trasse halten. "Diese Zeitschiene bringt finanzielle Vorteile mit sich", ist Adler überzeugt. Alles laufe nach Plan, Ende Juni 2011 werde man auch mit Banketten, Grünflächen und Wirtschaftswegen fertig sein. Doch ganz ohne Probleme geht es dann doch nicht. "Des Öfteren zapfen uns Unkannte Diesel ab. Das geht ins Geld", so Adler. Und auch die Ablagerung überschüssiger Erdmassen sei schwierig zu managen gewesen. "Mit der Kiesgrube Bergmann haben wir eine Lösung in Baustellennähe gefunden."

Dass dabei bei der derzeitigen Hitze im wahrsten Sinne des Wortes Staub aufgewirbelt wird, macht vor allem die unmittelbaren Anlieger zu schaffen. "Die Belastungen sind schon extrem", gab Heidi Kutzke von der Sandwerke Biesern GmbH zu, deren Verwaltungsgebäude sich gut 50 Meter vom Trassenbau entfernt befindet. "Andererseits brauchen wir diese Infrastruktur für die schnelle Abfrachtung unserer Kiese und Sande in Richtung Chemnitz und Erzgebirge", ergänzte Geschäftsführer Ulrich Schnarre. Und auch Günter Holz, dessen Haus an der Leipziger Straße ebenfalls nur wenige Meter von der Trasse entfernt steht, sieht nach anfänglichen Lärm- und Staubbelastungen indes die Sache gelassen: "Wir haben uns das schlimmer vorgestellt. Doch die Schallschutzfenster fangen viel ab", meinte er.

Andere Sorgen plagen Uwe Himpel vom Gasthof "Zum Zeisig". Er hofft, dass mit dem 2011 beginnenden Bau der Anschlussstelle Penig und dem damit verbundenen Umbau des Knotens Leipziger Straße/ B 175 "die Parkplatzsituation vor dem Gasthof unverändert bleibt". Darauf hat er während des Erörterungstermins zum Planfeststellungsverfahren für den Knotenumbau hingewiesen. Eine leichte Entspannung und damit mehr Gäste verspricht sich der 32-jährige Gastronom derweil von der Freigabe der neu gebauten Brücke über die B 95. Laut Straßenbauamt soll darüber ab Weihnachten bereits wieder der Verkehr rollen. Ursprünglich war das Bauende schon in diesem Sommer vorgesehen.

 
erschienen am 18.07.2010 ( Von Andy Scharf und Jochen Walther )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)
Das könnte Sie auch interessieren
 

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern  
 
Wetteraussichten für Rochlitz
Fr

11 °C
Sa

14 °C
So

9 °C
Mo

11 °C
Di

21 °C
präsentiert von
Ärztliche Notdienste

Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiter lesen
 
 
Freie Presse vor Ort

09306 Rochlitz
Markt 10
Telefon: 03737/49490


Öffnungszeiten:
Mo/Di/Do 9:00-13:00 Uhr und 14:00-17:30 Uhr
Mi/Fr: 9:00-13:00 Uhr

weiter lesen
 
Freien Presse Immobilien

Immobilienangebote für Rochlitz und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Rochlitz

Immobilienportal

► Mietangebote

► Kaufangebote

 
Unsere Partner
aok
chursächsische
 
 
 
 
 
 
 
Blumen versenden

Traumhafte Frühlingszeit

Machen Sie einem lieben Menschen eine Freude und überraschen Sie ihn mit schönen Frühlingsblumen.

weiter lesen