Den passenden Wanderweg gibt es schon: In Zukunft könnte auch noch ein Bilz-Radweg Penig, Lunzenau und Burgstädt verbinden.
Foto: Mario Hösel
Auch Radweg soll Namen von Bilz tragen
Die wenigen Pfade durch das Muldental schmücken sich mit unzähligen Bezeichnungen
Penig/Lunzenau/Burgstädt. Es scheint eine endlose Geschichte zu sein: die von touristischen Pfaden durch das Muldental und ihren Namen. Es gibt zwar nur eine Hauptmagistrale - diese hat jedoch zahllose Bezeichnungen wie Pilger-, Muldentalradwander- und Lutherweg. Damit nicht genug: Nun kramen die Städte Penig, Lunzenau und Burgstädte alte Pläne aus den Schubladen heraus, um die drei Provinzmetropolen irgendwann einmal mit dem Friedrich-Eduard-Bilz-Radweg zu verbinden.
Wer gedacht hat, dass dieses Vorhaben mittlerweile ad acta gelegt wurde, irrt. Denn Burgstädts Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler Burgstädt) hatte am vergangenen Wochenende den Verlauf des Burgstädter Abschnitts der Öffentlichkeit präsentiert. Dies verwundert aus zwei Gründen: Einerseits sei die 55 Kilometer lange Trasse ohne Fördergelder nicht zu finanzieren. Andererseits hatten Burgstädt, Penig und Lunzenau sich jüngst erst gegen den "Bau" des Lutherweges gestemmt.
Die Rathauschefs in Penig und Lunzenau sind sich einig: Generell gibt es in der Region zu viele Wege. Der Erhalt des gesamten Netzes ist künftig finanziell nicht zu leisten. Doch beim Bilz-Radweg seien die Vorzeichen andere. "Wir würden vorhandene Wege nutzen, um einen Rundweg zwischen unseren drei Städten zu realisieren. Es entsteht nichts Neues", sagt Thomas Eulenberger. Ohne Investitionen geht es dennoch nicht. "Die Wege sind vielerorts zu schlecht, um Radfahrer darüber zu schicken. Doch der Sanierungsaufwand ist nicht sehr hoch", ergänzt Eulenberger. Lunzenaus Bürgermeister Ronny Hofmann (CDU) sieht im Bilz-Projekt trotz finanzieller Fragezeichen sogar ein "sinnvolles Vorhaben". Der Grund: In Burgstädt gibt eine Bahnanbindung. "Das ist für Tagestouristen ideal", glaubt Hofmann.
Mit Blick auf das jüngst boykottierte Lutherweg-Projekt sagt Thoma Eulenberger: "Im Gegensatz dazu ist die Friedrich-Eduard-Bilz Gesundheits- und Aktivregion aus den Gemeinden heraus gewachsen. Die Pläne sind viel älter." Auf die Frage, ob dieses Radwege-Projekt nötig ist, kontert der Peniger: "Diese Frage steht immer Raum. Wenn es Touristen in die Region lockt, sind die Ziele erfüllt. Die Leute wollen thematisch gelockt werden."
Wo genau die Trasse einmal lang führen soll, ist weiterhin ungewiss. Fakt ist eines: Die Radfahrer sollen nicht über Bundes- und Staatsstraßen fahren müssen. "Das ist vor allem mit Kindern zu gefährlich", sagt Ronny Hofmann. Der grobe Streckenverlauf könnte von Lunzenau an den Kräutergärten vorbei zum Bilz-Geburtshaus nach Arnsdorf führen. Von dort aus könnte die Trasse laut Hofmann über Rochsburg nach Penig führen. Der Bürgermeister hat eine Vision: Einmal soll es drei zukunftsfähige Radwege geben: der Chemnitztalradweg, der Muldentalradweg und der Friedrich-Eduard-Bilz-Radweg.


