Betrugsmasche am Telefon: Göppersdorferin in Abo-Falle verwickelt
Verbraucherzentrale mahnt zur Vorsicht
Wechselburg. Annett Landgraf ist aufgebracht - und das noch einen Tag nach dem Erlebnis am Telefon. Am Montag wurde die Göppersdorferin regelrecht mit Anrufen bombardiert. "Zwei Dutzend Mal hat das Telefon geklingelt", sagt sie. Angeblich hätte sie, sagte die Anruferin, die vorgab Mitarbeiterin des Amtsgerichts Frankfurt am Main zu sein, ein Drei-Jahres-Abonnement einer Schweizer Zeitschrift abgeschlossen. Die Rechnungssumme belaufe sich auf die stolze Summe von 608,40 Euro. Zu zahlen im Voraus.
Von Kontopfändung war die Rede, aber auch davon, dass sich alles außergerichtlich regeln ließe, wenn sie auf ein kostengünstigeres Abonnement einer anderen Zeitung umstiege. Es würde sich jemand bei ihr melden. Anett Landgraf erzählt, wie wenige Minuten danach erneut das Telefon klingelte, und nun eine andere Stimme darauf drang, ein Abo abzuschließen. Sie müsste nur noch ihre Daten bestätigen und die Kontonummer nennen.
"Das ist eine Frechheit, total unseriös", empört sie sich und gibt zugleich zu, doch irgendwie von den Anrufern eingeschüchtert gewesen zu sein. "Das steckt mir heute noch in den Gliedern. Denn die treiben einen in die Enge.", sagt die 41-Jährige. Und weiter: " Sicherlich fallen einige Leute darauf rein, vor allem die Älteren. Schließlich drohten die mit rechtlichen Konsequenzen und sagten, dass es weit teurer würde."
Die Nummern, die bei ihr auf dem Display leuchteten, hat sie sich notiert. Ein Rückruf, am Dienstag von der Redaktion mehrmals am Tag versucht, scheitert. Stets ist nur "kein Anschluss unter dieser Nummer" zu hören. Weitere Anhaltspunkte: Fehlanzeige.
Friederike Wagner, Referatsleiterin Telekommunikation und Elektronische Medien bei der Verbraucherzentrale Sachsen, warnt denn auch vor derartigen Betrügern: "Das ist eine weit verbreitete Masche, die in jüngster Zeit wieder verstärkt auftritt." Vorsicht sei mehr als geboten.
Wechselburgs Bürgermeisterin Renate Neumann (CDU) war am Dienstag total überrascht, als sie von dem Vorfall hörte: "Nein, mir ist kein weiterer solcher Anruf bekannt."
Wie dem auch sei. Am Dienstag klingelte erneut mehrmals das Telefon bei den Landgrafs in Göppersdorf. Diesmal eine 0221-Nummer, die Vorwahl der Stadt Köln. "Ich bin erst gar nicht rangegangen", sagt Annett Landgraf. Auch an dieser Stelle stoßen die Nachforschungen an Grenzen. Wieder nur "kein Anschluss unter dieser Nummer".
Eine Stellungnahme des Amtsgerichts Frankfurt am Main war am Dienstag nicht mehr einzuholen.

