Schnelles Internet für fast 55.500 Haushalte. Schnelles Internet für fast 55.500 Haushalte.

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Bonner IT-Riese rüstet Internet in Mittelsachsen auf

Deutsche Telekom baut das Breitbandnetz im Landkreis bis Dezember 2013 aus

Rochlitz. Die Deutsche Telekom wird Mittelsachsen bis Ende 2013 mit schnellem Internet versorgen. Nach einer europaweiten Ausschreibung hatte der Kreistag den Auftrag im Dezember an den Bonner Konzern vergeben - er war zugleich der einzige Bewerber. "Damit hat Mittelsachsen eine Vorreiterrolle in Deutschland. Er ist einer der ersten Landkreise, der mit einem übergreifenden Konzept flächendeckend für schnelle Internetverbindungen sorgt", sagt Ulrich Adams, Telekom-Konzernbeauftragter für das DSL-Ausbauprogramm.

Mit Übertragungsraten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde erhalten die Mittelsachsen Breitbandanbindungen, "die es bisher nur in Ballungsgebieten gibt", erläutert Adams. Der Bonner Konzern setzt dabei auf einen Technologie-Mix aus Festnetz- und Mobilfunklösungen. Über 97 Prozent der 55.000 Haushalte und gewerblichen Nutzer erhalten ihre schnellen Internetverbindungen via Glasfaser und Funk - der Rest könnte weiter in die Röhre gucken. Dafür werden Festnetz- oder Mobilfunkverteiler in den Ortschaften aufgerüstet. Dem global agierenden IT-Riesen ist die Investition in der Provinz durch Fördergelder versüßt worden. 9,6 Millionen Euro pumpen der Freistaat Sachsen und die Städte und Gemeinden in das Großprojekt. Die Gesamtkosten für den Netzausbau liegen jedoch deutlich höher. Wie hoch, verriet der Konzernsprecher nicht. Die öffentliche Finanzspritze schließt lediglich die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke für die Erschließung des ländlichen Raums - aufgrund der geringen Einwohnerdichte wäre das Vorhaben sonst für Unternehmen nicht lukrativ.

Unumstritten ist der Vorstoß jedoch nicht. Während das öffentliche Vorhaben vorangetrieben wurde, hatten bereits weitere Unternehmen wie Vodafone mit schnellen Internetlösungen via LTE-Funk aufgewartet. Ronny Steglich aus dem Seelitzer Ortsteil Sörnzig sprach daher von "Steuergeldverschwendung" und "dem Aufbau von Doppelstrukturen". Unternehmer der IT-Branche aus Dorfchemnitz, die zwischen Frauenstein und Sayda bereits schnellen Zugang via Funk ermöglichen, äußerten ebenfalls Kritik. Sie monieren, dass durch den Einsatz öffentlicher Gelder Konkurrenten bevorteilt und der Wettbewerb damit verzerrt werde.

 
erschienen am 31.01.2012 ( Von Andy Scharf )
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