Physiotherapeutin Jana Krüger Physiotherapeutin Jana Krüger erklärt die richtige Haltung am Computerarbeitsplatz.

Foto: Falk Bernhardt

Chef bezahlt Massage für Mitarbeiter

Immer mehr Unternehmer nutzen die vielfältigen Angebote für die Beschäftigten

Rochlitz/Geringswalde. Klassische Faktoren für die Attraktivität eines Arbeitgebers wie gutes Gehalt oder gute Aufstiegsmöglichkeiten bekommen zunehmend Konkurrenz durch gesundheitsfördernde Angebote und gesunde Arbeitsbedingungen. Dies geht aus einer bundesweiten Studie der plus Marktforschung GmbH Nürnberg im Auftrag der Barmer GEK hervor. Zu dieser Einschätzung gelangt auch die AOK plus. In den Betrieben und Einrichtungen der Region wird das auf unterschiedliche Weise umgesetzt.

In der Sozialservice gemeinnützige GmbH der Stadt Rochlitz wurde im Mai 2011 ein Arbeitskreis "Familienfreundlichkeit und Gesundheitsförderung mit acht Mitarbeitern gegründet, der sich seither monatlich trifft. "Das erfolgt alles auf freiwilliger Basis. In der kurzen Zeit haben wir schon einiges erreicht", schätzt Karina Reim von der Abteilung Qualitätsmanagement/Unternehmensentwicklung ein. Neben dem Mittagsangebot der hauseigenen Küche können die Mitarbeiter nun auch das Frühstück in Anspruch nehmen. Pausenzeiten wurden vereinheitlicht. Erstmals wurde für 2012 ein Jahresplan mit verschiedenen gesundheitsfördernden Maßnahmen erarbeitet. "Der Schwerpunkt liegt dabei nicht auf Kursen, sondern gemeinsamen freizeitnahen Tätigkeiten mit einem gesundheitsfördernden Aspekt, wie Winterwanderung, Radtour, Schlauchboottour oder Bowling", zählt Karina Reim auf. Dazu kommt noch das jährliche Unternehmens-Bowlingturnier.

Gemeinsam mit der AOK wurden zwei weitere Angebote geschaffen. Im Februar findet im Haus ein Rückencheck statt, bei dem die Mitarbeiter ihre Wirbelsäule testen lassen können. Im dritten Quartal erfolgt am Arbeitsplatz ein Hautcheck. Karina Reim: "Damit sind wir auf einem guten Weg, den Mitarbeitern weitere Gesundheitsangebote neben der regelmäßigen Rückenschule, Massagen am Arbeitsplatz und Sportkurse anzubieten." Erste Erfolge der Maßnahmen könnten im Mai gemessen werden. Grundlage dafür sollen die Arbeitsunfähigkeitsanalyse der AOK sein, eine Mitarbeiterbefragung und die interne Krankenstatistik.

Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz - das wird seit 2009 in der IKS Messerfabrik Geringswalde praktiziert. Fußdruckmessung, Venenmessung und Messung der Rückenmuskulatur sind Aktionen, die bisher stattfanden. "Diese Angebote erfolgen einmal jährlich. Ihnen geht eine Analyse zu den gesundheitlichen Risiken im Zusammenhang mit den betrieblichen Tätigkeiten wie Stehen, langes Sitzen und Heben voraus", erklärt Prokuristin Angelika Hähnel. Dieses Jahr soll ein weiteres Angebot dazukommen. Denn bei den Mitarbeitern zeichne sich ein steigendes Interesse ab. Angelika Hähnel: "Erfolge lassen sich nicht in Zahlen messen, aber einen positiven Effekt hat es für die beteiligten Mitarbeiter auf alle Fälle gebracht. Wichtig ist, dass die Beschäftigten wissen, dass dem Unternehmer ihre Gesundheit sehr wichtig ist."

Ein Kooperationspartner der Krankenkassen bei der Umsetzung der betrieblichen Gesundheitsförderung ist die Physiotherapie Jana Krüger aus Milkau. Sie betreut Firmen mit zwölf bis 120 Beschäftigten. "Die Unternehmer wissen schon um die erfolgversprechenden Mittel für die Gesunderhaltung und die Motivation der Beschäftigten und nehmen gern maßgeschneiderte Angebote an, egal ob direkt am Arbeitsplatz oder in der Praxis", sagt sie. Im Angebot sind Präventionskurse wie Rückenschule, Herz-Kreislauf-Training und Entspannungsübungen. Diese Einheiten werden meist im Zehnerpack absolviert. Massagen am Arbeitsplatz verzeichnen ebenso eine steigende Tendenz. Oft werden sie von den Arbeitgebern toleriert und die Beschäftigten müssen die Zeit nicht nacharbeiten. "Es gibt auch Beispiele, wo der Chef seinen Leuten eine Massage im Monat spendiert. Etwas, das durchaus weiter Schule machen sollte, denn der Arbeitgeber kann jährlich 500 Euro pro Beschäftigten steuerfrei absetzen", sagt Jana Krüger.

 
erschienen am 20.01.2012 ( Von Christine Hirschfelder )
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