Catrin Uhlig betreut die DRK-Kleiderkammer in Penig.
Foto: Mario Hösel
DRK-Kleiderkammern sind kein Auslaufmodell
Nachfrage in den Kleiderkammern des Deutschen Roten Kreuzes ist ungebrochen
Rochlitz. Die drei Kleiderkammern des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes Rochlitz in Mittweida, Penig und Rochlitz sind kein Auslaufmodell. Im vergangenen Jahr wurden dort 8585 Besuche registriert. Das waren ebenso viele wie im Jahr 2010. "Das lässt keineswegs den Schluss zu, dass die Anzahl der Bedürftigen - von jungen Leuten bis Senioren - konstant ist, sondern vielmehr stehen ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, um sich einzukleiden und sich mit Haushaltsgegenständen und Spielsachen zu versorgen", sagt der DRK-Geschäftsführer Andreas Lamm.
Die Kleiderkammern - hier gingen im vergangenen Jahr 11.700 Gegenstände gegen ein Spende über den Ladentisch - werden ausschließlich mit Abgaben von Einwohnern bestückt. Zum Sammeln der Altkleider stehen 30 Container an 20 Standorten zur Verfügung. Diese werden jedoch auch zur anonymen Entsorgung von Müll und Unrat genutzt. "Das verursacht uns nicht nur zusätzliche Kosten für die Beseitigung, sondern macht auch das Sammelgut teilweise unbrauchbar", sagt Lamm.
Deshalb nutzen zahlreiche Spender lieber den direkten Weg und geben die Sachen vor Ort in der DRK-Geschäftsstelle ab. Sie werden gewaschen und gebügelt, dann stehen sie zur Ausgabe bereit. Aufgaben wie das Entleeren der Container sowie die Unterhaltung der Kleiderkammer, die vorwiegend DRK-Mitarbeiter und Mitglieder aus den Ortsvereinen übernehmen, verursachen im Jahr Kosten von rund 44.000 Euro. Andreas Lamm: "Die müssen wir selbst aufbringen, deshalb wird nach dem Bestücken der Kleiderkammern auch Sammelgut zur industriellen Verarbeitung verkauft. In den Reißwolf kommen Ladenhüter aus den Kleiderkammern, Dinge die man niemandem mehr anbieten kann."
Bis zu 120 Tonnen Sammelgut gehen jedes Jahr ein. Davon tauge nicht alles für die Wiederverwertung, sagt Lamm. Bei den Straßensammlungen will sich das DRK Rochlitz in diesem Jahr zurücknehmen. Wegen der zahlreichen Anbieter sollen nur noch maximal zwei Aktionen in den Städten stattfinden.


