Fast an jeder Ecke in Rochlitz zu haben: Brötchen.
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Die Hochburg der Bäcker
Rochlitzer haben die Qual der Wahl: An fast 20 Orten können Brötchen gekauft werden - Der Konkurrenzkampf ist hart
Rochlitz. Brötchen, Brote und Kuchen gibt es mittlerweile fast an jeder Ecke in Rochlitz. Genauer gesagt, werden an rund 20 Standorten in der Stadt Backwaren feilgeboten - selbstredend in den Bäckereien, aber auch in den Supermärkten und den Tankstellen. Der Konkurrenzkampf ist offenbar hart. Die Bäckerei Lieberwirth aus Leubsdorf hatte Ende 2011 nach nur rund einem Jahr ihre Filiale in der Rathausstraße geschlossen. Udo Lieberwirth begründete seinen Abschied damals auch mit dem harten Wettbewerb.
Dass Rochlitz mit seinen knapp 6200 Einwohnern kein leichtes Pflaster für einen Neueinsteiger wie Lieberwirth ist, verdeutlicht eine Zahl besonders. Laut dem Handelsatlas der Industrie- und Handelskammer Chemnitz gibt es im Ort allein 13 Bäckereien beziehungsweise Bäckereifilialen. Mit anderen Worten: Die Muldestadt ist in der Region die Hochburg der Bäcker.
Hat Handwerk bei so viel Konkurrenz eigentlich noch goldenen Boden? Und wie können sich die anderen Bäcker am Markt behaupten? Sven Krause von der Feinbäckerei Krause: "Es ist in der Tat nicht einfacher geworden. Der Konkurrenzdruck ist enorm." Der Bäckermeister, der in der fünften Generation das Handwerk ausübt, zeigt sich trotzdem zuversichtlich - und dass, obwohl die Preise bei Rohstoffen, wie etwa Butter und Mehl, kontinuierlich steigen. Von den anziehenden Energiekosten ganz zu schweigen. "Als Bäcker hast du nur eine Chance, wenn du dich von den anderen absetzt", sagt Krause. Das Geheimrezept des kleinen Familienbetriebs, der seit 1945 im Ort ansässig ist: Kranzkuchen, ein mit Marmelade gefülltes Hefeteiggebäck, das nach einer alten Familienrezeptur hergestellt wird. Spezialitäten wie diese und die Qualität würden die Leute schätzen, sagt er. "Ich setze deshalb nicht auf Fertigbackmischungen, sondern auf eigene Körnermischungen."
Geschmack und Qualität scheinen der Trumpf im täglichen Konkurrenzkampf zu sein. Denn auch Bäckermeister Rainer Börner sagt: "Bei jedem Bäcker schmeckt es anders." Das müsse auch so sein. Börner kann auf eine lange Tradition zurückblicken. 1814 wurde das Geschäft eröffnet, das Börner nun in der sechsten Generation führt. "Goldenen Boden hat das Handwerk keinen mehr, vielleicht einen silbernen", sagt er und verweist im selben Atemzug auf Geringswalde und Lunzenau. Dort sei es einfacher, der Konkurrenzkampf weniger ausgeprägt.
Im Gegensatz zu den kleinen Familienbetrieben könnte sich Bäckermeister Karsten Stölzel ruhig in seinem Sessel zurücklehnen. Die Bäckerei, die er seit 1989 in fünfter Generation führt und zuvor in Narsdorf ihren Sitz hatte, ist der unangefochtene Platzhirsch. Im Umkreis von Rochlitz hat Stölzel 22 Filialen. 150 Menschen sind in seinem Unternehmen beschäftigt.
Stölzel setzt neben Bewährtem auf neue Kreationen. "Wir orientieren uns daran, was den Leuten schmeckt", sagt er und verweist auf einen Vanillekrapfen, den es nur zur Faschingszeit gibt und der den Probelauf in den Läden jüngst bestand. "Die Kunden konnten das Gebäck zwei Tage lang probieren", erklärt er. Und überhaupt solle der Kunde die Liebe zum Handwerk am Produkt merken können.


