Zelten am See: eigentlich verboten.
Foto: Alexander Christoph
Die Schattenseiten des Badeidylls Bieserner See
Müll, Feuer und Dauerzelten sorgt für Empörung - Kontrollen scheinen nicht zu fruchten
Biesern/Rochlitz. Der Bieserner See verkommt immer mehr zur Müllkippe. Von leeren Chipstüten über zerborstene Bierflaschen und vergammelte Plastikschälchen bis hin zu ausgedrückten Zigarettenstummeln liegt rings um das beliebte Badegewässer herum jede Menge Unrat.
"Das ist nicht in Ordnung", empört sich Franziska Graichen, die an dem sonst so idyllischen See gerne badet und spazieren geht. Verantwortung sollte jeder haben, meint die junge Frau. Ihre Bekannte Stefanie Birbils sieht es genauso: "Respekt gegenüber der Natur und seinen Mitmenschen gehört zum Zusammenleben dazu." Den Platz wollten schließlich alle benutzen, ergänzt die 24-Jährige aus Döhlen.
Ein Ärgernis: Müll, nicht immer fein säuberlich in Tüten verpackt wie in diesem Fall.
Foto: Alexander Christoph
Mehrere hundert Meter weiter tummeln sich seit Jahren die Freunde der Freikörperkultur. Zwar will hier niemand namentlich genannt werden, aber auch diese Gruppe regt sich über die Leute auf, die, wie es einer der Badenden treffend formuliert, "hausen wie die Vandalen". "Wenn man den jungen Leuten erklärt, was sich gehört und was nicht, werden die auch noch frech", sagt eine Mittfünfzigerin. Schlimm sei es, fügt sie resigniert hinzu. "Und den Dreck sammeln wir dann auf."
Allerdings ist der herumliegende Müll in den Sommermonaten nicht das einzige Ärgernis. "Das Abbrennen von Lagerfeuern ist dort nicht erlaubt", zitiert Stadtsprecher Jörg Richter die entsprechende Passage aus der Polizeiverordnung. Schilder weisen denn auch am See darauf hin. Daran zu halten scheint sich nicht jeder. Verkohlte Äste und kleinere Baumstämme an gut zwei Dutzend Feuerstellen zeugen davon. Die Probleme haben die Stadt Rochlitz und die Gemeinde Seelitz offenbar erkannt. Denn auch das Müllproblem wird explizit in der Verordnung genannt. "Das Ablagern, Wegwerfen und Vergraben von Siedlungs- und Hausmüll ist ebenfalls verboten", klärt Richter auf.
Mangelt es an der Kontrolle? "Das Problem ist schwer in den Griff zu bekommen", gibt Richter zu. Dennoch beschränkt sich das städtische Handeln nicht nur auf das Schreiben von Verordnungen.
Franziska Graichen und Stefanie Birbils erzählen davon, dass "gefühlt mindestens einmal pro Monat" Mitarbeiter der Kommune den Müll beseitigen würden. Und Dieter Martin, der aus dem erzgebirgischen Gornsdorf ab und an zum Angeln nach Biesern fährt, berichtet von vereinzelten Kontrollen seitens der Fischereiaufseher, aber auch des Ordnungsamtes. "Dass hier offene Feuer verboten sind, ist allgemein bekannt", sagt er. Und der Müll sei definitiv kein schöner Anblick. Bei all dem Trubel um den Müll wird eine Sache in den Hintergrund gedrängt: Auch das Zelten ist auf dem gesamten Areal verboten.

