Gewerkschafter Dieter Mirowsky hat auf seinem großen Grundstück in Erlau auch eine Almhütte stehen. 
Gewerkschafter Dieter Mirowsky hat auf seinem großen Grundstück in Erlau auch eine Almhütte stehen.

Foto: Falk Bernhardt

Ein Urgestein nimmt seinen Hut

Dieter Mirowsky, der DGB-Mann aus Erlau, hat am Donnerstag seinen letzten Arbeitstag absolviert.

Erlau. Nach der Wende gründete er zusammen mit dem Vorsitzenden Peter Hanusch und dem inzwischen verstorbenen SPD-Politiker Joachim Raubold den DGB-Ortsverband Erlau - als ersten Ortsverband in Sachsen. Für Freitag hat er Mitstreiter und Freunde zur großen Abschiedsparty eingeladen. "Ganz zur Ruhe setze ich mich nicht. Ich halte Vorträge, nehme an Veranstaltungen teil und berate interessierte Bürger", sagt der Verdi-Gewerkschaftssekretär, der für Spedition und Logistik zuständig war. "Die Kutscher sind nun mal die Leute der offenen Worte. Da musste ich Klartext reden und oft auch derbe Sprüche hinnehmen. Doch die Tätigkeit hat mir immer viel Spaß gemacht", sagt er.

Beim Mittweidaer Kraftverkehr als Busfahrer angestellt, wählte man ihm im Wendejahr zum Vorsitzenden des Betriebsrates, später baute er in Chemnitz die Gewerkschaft Öffentliche Dienste mit auf. Das war zugleich sein Einstieg ins Leben eines Gewerkschafters. Zu seinen größten Erfolgern zählt er, dass er es immer schaffte, trotz unterschiedlicher Meinungen eine breite Akzeptanz herzustellen. "Mit mir hat jeder vernünftig gesprochen, gleich ob er tiefschwarz oder total rot war", sagt er. Mirowsky verschweigt nicht, dass die Mitgliederzahlen zurückgehen. "Wir müssen einfach mehr mit den Leuten tun", sieht der Erlauer Reserven. Zu ihm könne auch weiterhin jeder mit Fragen kommen.

Das früher verpönte Maibaumsetzen hat der Eigenheimbesitzer auf seinem Grundstück übrigens wieder salonfähig gemacht. Vor Jahren kamen 400Leute. Auf seinem Grundstück gibt es den Radeberger Weg, Hasseröder Steig und Freiberger-Premium-Platz und die 1. Erlauer Almhütte.

Viel freie Zeit wird er auch im Ruhestand nicht haben. Drei Enkel, zwei davon leben in Bayern, warten auf den Opa, der bisher wenig Zeit hatte. Und den bisher bereisten Ländern USA, Marokko, Jordanien und Mexiko sollen weitere Staaten folgen. "Reisen ist mein großes Hobby. Das will ich, so lange es geht, tun."

 
erschienen am 16.08.2012 ( Von Mirko Weigelt )
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