Legehennen sitzen in einem Freilaufgehege an einem Futterband der Eifrisch Vertriebsgesellschaft in Neukirchen. Die Firma wurde von Käfig- auf Bodenhaltung umgestellt und für tiergerechte und umweltverträgliche Haltung ausgezeichnet.
Foto: Uwe Meinhold/Archiv
Investor will Geflügelzucht in Lunzenau
Neuansiedlung einer Geflügelzuchtanlage wird immer wahrscheinlicher
Lunzenau. Die Sächsische Farmbetriebe GmbH (SFG), Hilbersdorf (Freiberg) will in Lunzenau eine Geflügelzuchtanlage errichten. Zwar ist ein entsprechender Antrag noch nicht gestellt, laut SFG-Geschäftsführer Georg von Bitter aber in Arbeit. "Wir sind sehr daran interessiert, einen Geflügelzuchtbetrieb im Bereich von Lunzenau zu errichten. Dafür ist ein Grundstück in der Nähe von Niederelsdorf an der Obergräfenhainer Straße ausgewählt worden, das wir nun beplanen", sagte von Bitter am Mittwoch.
Andere Standorte bei Obergräfenhain und auch Niederelsdorf seien geprüft worden, kämen aber zum Beispiel aufgrund genehmigungsrechtlicher Vorgaben, aber auch wegen der fehlenden Erschließung und der Hanglage nicht in Betracht. Im Gegensatz dazu seien die notwendigen Bedingungen am nun gewählten Standort erfüllt.
Auch hinsichtlich der Grundstücksfragen läuft für den Investor alles gut. "Wir haben uns mit den Eigentümern bezüglich des Erwerbs geeinigt, sodass nun der weiteren Vorbereitung des Genehmigungsantrags und dessen Abgabe nichts mehr im Wege steht", so von Bitter. Das soll laut Bitter etwa im April geschehen. "Von der behördlichen Prüfung bis zur Genehmigung werden dann rund drei bis vier Monate vergehen. Somit könnte ein Baubeginn also noch Ende dieses Jahres erfolgen", blickt Bitter voraus.
Dagegen regt sich Kritik in der Bevölkerung. So trug unter anderem Rainer Hoffmann in der jüngsten Stadtratssitzung seine Sorgen vor. Er wollte unter anderem wissen, ob es eine Studie zur Umweltverträglichkeit der Anlage gibt. Zudem sieht er eine Geruchsbelästigung vor allem auf die Einwohner von Corba, Alt- zschillen, Wechselburg und Himmelhartha zukommen.
Bedenken, die Lunzenaus Bürgermeister nicht zu 100 Prozent ausräumen kann, zumindest, was Gerüche betrifft. "Aber wir leben schließlich auf dem Lande und da gibt es Landwirtschaft", so Hofmann. Die SFG habe noch keinen Antrag auf Errichtung der Anlage abgegeben. Jedwede Diskussion basiere also auf Vermutungen und Hörensagen. "Wenn ein Antrag gestellt wurde, wird selbstverständlich die Bevölkerung eingehend informiert. Wir werden das Vorhaben begleiten, auch kritisch, und unsere Vorstellungen einbringen. Das aber, wenn es tatsächlich so weit ist", betonte Hofmann, der zugleich auf die strengen gesetzlichen Vorgaben verwies, die bei der Errichtung einer solchen Anlage erfüllt werden müssen. Das sehe auch der Stadtrat so, denn er habe eine entsprechende Anfrage der SFG positiv beschieden.
Entstehen soll ein hochmoderner Zuchtbetrieb, in dem rund 38.000 Hähne und Hennen täglich Tausende befruchtete Eier produzieren sollen. Geplant ist eine Bodenhaltung. Zudem würden laut von Bitter hygienische Vorschriften gelten. Bei der speziellen Form der Geflügelzucht würden brutfähige Eier entstehen, die in der europaweit größten Zuchtbrüterei in Hilbersdorf ausgebrütet werden sollen. Von dort aus erfolgt die Lieferung an Aufzuchtfarmen in Deutschland und Osteuropa. Von Bitter rechnet mit einer Investition von mehr als zwei Millionen Euro. Zudem sollen vier bis fünf neue Arbeitsplätze entstehen.


