Franz Meerheim, der ein freiwilliges ökologisches Jahr absolviert, gibt den Eseln im Peniger Naturpark Köbe eine extra Portion Futter. Bei der Kälte können die Tiere das gut gebrauchen.
Foto: M. Hösel
Kälte-Welle: Frost hat den Rochlitzer Raum im Griff
Region hat sich auf die Minusgrade eingestellt
Rochlitz/Penig. Der Kälte-Notfallplan greift: Betriebe, Einrichtungen und Bewohner im Rochlitzer Raum zeigen dem Winter die kalte Schulter. Nach drei Wochen Dauerfrost ist nahezu Normalität eingezogen.
Nur die Autofahrer sind oft etwas genervt. Vor allem, wenn der Wagen nicht anspringt. Allein zehn "Kälte-Liegenbleiber" haben Andreas Uhlig und seine Mitarbeiter seit Montag wieder flott gemacht. "Meist lag es an den Batterien, manchmal war der Motor eingefroren", erzählt der Chef des gleichnamigen Lunzenauer Autohauses. Er hat einen Tipp parat: Um das Einfrieren von Diesel zu verhindern, empfiehlt er Tankzusätze. Mit nachlassender Kälte ebbten am Mittwoch auch die Frost-Reparaturen ab.
Im Naturpark Köbe lassen Tierpfleger Siegfried Lachmann und seine Helfer nichts unversucht, um es den 40 Bewohnern so angenehm wie möglich zu machen. In dem kleinsten Zoo Sachsens leben überwiegend einheimische Tiere, "die mit den winterlichen Bedingungen gut zurechtkommen", wie Penigs Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt einschätzt. Esel, Schafe, Ziegen und Damwild haben schließlich ein warmes Winterfell. Und in ihren Ställen liegt eine Extraschicht Heu und Stroh. Bei extremer Kälte allerdings bringt der Tierpfleger in einigen Ställen Wärmelampen an. Das war beispielsweise am Montag der Fall, als das Quecksilber nachts fast auf minus 20 Grad Celsius sank.
Bei sonnigem Winterwetter kommen viele Besucher in die Köbe. "Ein Bummel zum Naturpark an der B 95 ist zu jeder Jahreszeit eine Empfehlung", wirbt Sprecherin Tschök-Engelhardt für einen Ausflug. Auch Spaziergänger an der Zwickauer Mulde genießen jetzt Winterromantik pur. Der Uferbereich ist zugefroren, im Fluss treiben Eisschollen.
Fachleute hingegen betrachten die Mulde mit eher besorgtem Blick. "Die Wehre müssen oft kontrolliert werden", sagt Katrin Schöne. Die Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung ergänzt, dass an den Wehren eine 5 bis 15 Zentimeter dicke Eisschicht gewachsen ist. Wasserwehren und Flussmeistereien seien in Bereitschaft. "Bei einer geschlossenen Eisdecke gibt es erstmal Entwarnung", so Schöne. Gefährlich seien aber Eisschollen, die sich an Brücken oder Wehren türmen und wie eine Staumauer wirken. Dass bisher kein Grund zur Besorgnis besteht, versichert auch Hans Leopold Schlobach, Besitzer der Schlossmühle in Rochlitz. "Der obere Mühlteich oberhalb des Wehrs ist - wie immer bei längerem Frost - zugefroren. Schäden sind nicht zu erwarten."
Auch in Penig gibt es laut Tschök-Engelhardt keine größeren Probleme. "Natürlich laufen die Heizungsanlagen auf Hochtouren, und kleinere Schäden treten auf", erklärt die Stadtsprecherin. Und sie ergänzt: "Aber es gab noch keine existenziellen Probleme. Bisher musste keine Einrichtung geschlossen werden."
Geschlossen ist im Winter hingegen das Rochlitzer Eiscafé "Pinocchio" - aber nur unter der Woche. "Da lohnt es sich nicht", sagt Betreiberin Jana Grothe. Am Wochenende hingegen kämen die Besucher zuhauf. Warme Waffeln und Vanilleeis mit heißen Himbeeren seien in der kalten Jahreszeit die Renner. Eisfrau Grothe selbst versüßt sich den Frost mit Schokoeis.


