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Falk Geißler in seinem Atelier: Dort bereitet er in mühsamer Kleinarbeit das Drucken eines Kupferstichs mithilfe einer Tiefdruckpresse vor.

Foto: Mario Hösel

Künstler mit Hang zum Perfektionismus

Falk Geißler ist Lehrer und Künstler. Seine Leidenschaft gilt dem Kupferstich. Die filigrane Technik will er bald auch vor Publikum zeigen.

Von Greta Plume
erschienen am 19.05.2017

Rochlitz. Falk Geißler steht in seinem Atelier und schaut konzentriert, als er sich an diesen bedeutenden Tag in seinem Leben erinnert: Mit 18 Jahren hatte der Künstler und Kupferstecher aus Rochlitz eine Augenoperation, bei der ihm beide Augenlinsen entfernt und durch künstliche ersetzt wurden. Wegen eines vererbten Stoffwechseldefektes hatte er zuvor nur eine Sehstärke von 50 bis 60 Prozent. Doch der betreffende Tag brachte die Wende: "Seit der Operation kann ich wieder zu 100 Prozent sehen. So ist es mir möglich, das, was ich mache, sehr viel besser auszuüben", sagt er mit Verweis auf seine künstlerische Arbeit. Den Ärzten habe er viel zu verdanken.

Seine Arbeit mit dem Kupferstich, die er dank des Eingriffs ausführen kann, stellt der 44-Jährige vom 3. bis zum 5. Juni im Rahmen der Aktion "Kunst offen in Sachsen" in seinem Atelier in Rochlitz vor. Dass er nur durch die neuen Augenlinsen seiner Kunst nachgehen kann, liegt daran, dass der Kupferstich eine schwierige Technik sei, bei der es auf Genauigkeit ankommt. Was ihn gerade daran so fasziniert, beschreibt er so: "Es ist eine absolut endgültige Technik, die wenig Zufall zulässt. Das heißt, wenn ich einen Fehler mache, ist es extrem zeit- und arbeitsaufwendig diesen auszubügeln. Deshalb muss man sich sehr konzentrieren und genau wissen, was man machen will. Man braucht einen gewissen Hang zum Perfektionismus." Den verfolge er in der Kunst, aber Geißler glaubt, dass das im täglichen Leben nicht funktionieren kann. "Ich möchte damit nicht sagen, dass ich nicht danach strebe, etwas sehr gut zu machen, aber manchmal muss man sich auch mit dem Prozess, statt mit dem Endergebnis zufriedengeben."

Der Lehrer und freischaffende Künstler wurde 1983 in Oschatz geboren, wo er bis zur 12. Klasse das Gymnasium besuchte. Nach dem Abitur studierte er Lehramt für Englisch und Kunstpädagogik an der Uni Leipzig. Während seines Studiums absolvierte er 2004 einen Auslandsaufenthalt im englischen York, wo er anfing, sich mit dem Kupferstich auseinanderzusetzen. "Diese Technik hatte mir mein damaliger Ausbilder empfohlen, da der Kupferstich kein fester Bestandteil des Studiums ist, weil er einen so großen Arbeits- und Zeitaufwand mit sich bringt." 2011 begann Geißler schließlich sein Referendariat und fing 2013 an, als Gymnasiallehrer für Kunst und Englisch in Hohenstein-Ernstthal zu arbeiten. Allerdings nur in Teilzeit: "Wenn ich Vollzeit arbeiten würde, hätte ich für meine Kunst keine Zeit mehr und damit würde mir definitiv etwas fehlen." Während im Kunstunterricht die Farbenvielfalt eine große Rolle spielt, bevorzuge er es für seine Bilder, nur mit schwarzer Farbe auf weißem Papier zu arbeiten. "Zu viele Farben lenken nur ab. Ich möchte an die Betrachter meiner Bilder die Aufgabe stellen, sich mit etwas auseinanderzusetzen, was nicht alltäglich ist und wo man sich nur auf weniges konzentrieren muss", erklärt er.

Außer der Kunst hat der 44-Jährige noch andere Interessen: "Ich bewege mich gern, fahre zum Beispiel Fahrrad oder höre Heavy-Metal-Musik. Außerdem unternehme ich gerne etwas mit meiner Familie." Er ist seit zwölf Jahren mit seiner Frau zusammen, der er 2014 das Jawort gab. "Wir lebten so lange zusammen bevor wir geheiratet haben, sie wusste worauf sie sich einlässt", sagt der Familienvater. Ebenfalls 2014 wurde seine Tochter geboren. Und weiterer Nachwuchs ist unterwegs: "Unser zweites Kind soll Anfang Sommer zur Welt kommen", erzählt er stolz.

"Kunst offen in Sachsen" heißt es vom Samstag, 3. Juni, bis Montag, 5. Juni. Falk Geißler öffnet täglich ab 15 Uhr sein Atelier an der Bismarckstraße 3 in Rochlitz. Dort sind Vorführungen des Kupferstechens und Druckens geplant. Außerdem öffnen zum Beispiel Pier Giorgio Furlan in Ehrenberg und Ulla Heinicker in Geringswalde ihr Atelier.

www.kunstoffeninsachsen.de

 
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