Der Streckenabschnitt der Autobahn A 72 bei Obergräfenhain scheint fast fertig zu sein. Foto: Mario Hösel
Leitplanken-Bau wird zum Aufreger
Verkehr auf der A 72 zwischen Niederfrohna und Rathendorf soll erst 2012 rollen - Was steckt dahinter? Eine Spurensuche.
Penig/Rochlitz.
Es ist eine unendliche Geschichte, der Bau der A 72. Jetzt verzögert sich auch die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts zwischen den Anschlussstellen Niederfroha und Rathendorf. Eigentlich sollten gleich nach der geplanten Verkehrsfreigabe Ende Oktober die ersten Fahrzeuge auf der frisch asphaltierten Piste rollen. Daraus wird nichts. Der neue Termin, kurz vor Weihnachten, ist mehr als fraglich, vermutlich wird es April oder Mai 2012 werden. Seitens des sächsischen Wirtschaftsministeriums heißt es, dass aktuell "Beschilderungs- und Markierungsarbeiten geleistet sowie Schutz- und Leiteinrichtungen erstellt werden" müssen. Und weiter: "Diese Arbeiten sind witterungsabhängig."
Der übliche Verdächtige, das Wetter, ist nicht schuld. Der Hund liegt woanders begraben. Der Reihe nach: Im Februar dieses Jahres schreibt das Autobahnamt Sachsen einen Auftrag für das "Anbringen von Leitplanken" aus. Etwas mehr als 30.000 Meter Schutzeinrichtungen aus Stahl sind auf dem rund 12 Kilometer langen Autobahnabschnitt anzubringen, 1100 Leitpfosten, eine 200 Meter lange Betonschutzwand und und und. Bauzeit: 4. Juli bis 20. Oktober. Nachzulesen im Europäischen Amtsblatt vom 26. Februar 2011. Fünf Firmen reichen bis zum 31. März ein Angebot ein. Kurz darauf erhält dem Vernehmen nach die Förster Montage GmbH den Zuschlag.
Ein Mitarbeiter eines Unternehmens, das sich an der Ausschreibung beteiligt hat, sagt: "Die Arbeiten wären bis Ende Oktober leicht zu schaffen gewesen." Was hat aber dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung gemacht? Warum sind die Arbeiten unterbrochen worden? Über den Grund hüllen sich Autobahnamt und Wirtschaftsministerium in Schweigen. Die Antworten sind ausweichend. Klarheit verschafft das Bundesverkehrsministerium. Der zuständige Referatsleiter Richard Schild: "Es kam zur Rüge eines Mitbewerbers, die vor der Vergabekammer Leipzig verhandelt werden musste." Die Folge: Ein neuer Vergabetermin musste bestimmt werden. Das war der 2. August.


