Trotz elf Grad Minus genossen am Mittwoch Maximilian Johne und Franziska Wagner im Freien ihren heißen Kakao vor der Kaffeebar "Mr. Expresso" in Rochlitz, wenngleich dick eingepackt und unter einem Heizstrahler.
Foto: Mario Hösel
Mensch und Tier trotzen eisiger Kälte
Bei Minustemperaturen im zweistelligen Bereich ist das große Bibbern angesagt
Rochlitz. Bis jetzt ist es nur kalt. Unsagbar kalt soll es aber in den nächsten Tagen werden. Zeigte das Thermometer am Mittwoch bereits elf Grad Minus an, werden für das Wochenende 15Grad Celsius unter Null prognostiziert. Dem eisigen Ostwind sei Dank. Davon ließen sich Maximilian Johne und Franziska Wagner am Mittwoch nicht stören. Die beiden 17-Jährigen genossen bei strahlendem Sonnenschein ihren heißen Kakao - und zwar vor der Rochlitzer Kaffeebar "Mr. Expresso" im Freien in warme Klamotten eingepackt und mit Heizstrahler im Rücken.
Derart ausruhen können die Autowerkstätten in der Region nicht. Denn bei der eisigen Kälte versagen viele Fahrzeuge ihren Dienst und wollen nicht anspringen. "Wir haben in den vergangenen beiden Tagen an die 20 Autos abgeschleppt. Das ist ein Vielfaches mehr als an normalen Tagen", sagte gam Mittwoch Mario Seidel, Inhaber der Kfz-Werkstatt Seidel in Rochlitz. Grund sei meist eine lahmende Batterie oder Kraftstoff, der nicht für diese Temperaturen geeignet ist. "Die Tankstellen geben dem Diesel im Winter entsprechende Zusätze bei, sodass es keine Probleme beim Starten geben dürfte. Wer aber in der Schönwetterperiode mit den hohen Temperaturen das letzte Mal getankt hat, kann jetzt mit dem Kraftstoff Probleme bekommen", erklärt er.
"Mein Tipp ist Vorsorge. Ich rate jedem zu einem Wintercheck. Damit ist man auf der sicheren Seite." Wenn das Auto trotzdem beim Anspringen bockt, kann man durch einmaliges Gasgeben nachhelfen. Auch das Fremdstarten durch ein anderes Auto habe Tücken. "Wenn man die Polung verwechselt, kann man großen Schaden anrichten."
Die Talsperre Kriebstein ist bereits in großen Teilen zugefroren. Thomas Waldheim warnt davor, die Eisfläche zu betreten. "Das ist lebensgefährlich", betont der Geschäftsführer des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre. Durch die Schlammschicht auf dem Boden des Gewässers steigen Methangasblasen auf. Wenn diese im Eis sind, beeinträchtigt das die Sicherheit zusätzlich. Eislaufen ist also bisher auf der Talsperre nicht möglich. 2014 soll sich das laut Waldheim ändern. "Wir planen, einen Bereich so zu gestalten, dass eine Natureisbahn entsteht", sagt der Talsperrenchef. Dafür seien aber Bauarbeiten nötig.


