Müllgebühren sinken um zehn Prozent
Ab Januar gelten in den Regionen Rochlitz und Mittweida niedrigere Preise
Mittweida/Rochlitz. Die Restabfallentsorgung wird billiger. Ab Januar 2012 zahlen die Kunden im gesamten Altkreis Mittweida durchschnittlich rund zehn Prozent weniger Abfallgebühren. Der Kreistag hat in seiner letzten Sitzung die neue "Preisliste" beschlossen (siehe Kasten). Sie gilt bis Ende 2013.
Hauptgrund für die gesunkenen Gebühren: "Wir haben bei der Restabfallbehandlung enorm eingespart", sagt Jens Irmer, Geschäftsführer der Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen (EKM). Die 100-prozentige Kreis-Tochter überwacht und managet die Müllentsorgung, damit beauftragt sind jedoch Privatunternehmen. Laut Irmer können allein bei der Müllaufbereitung etwa 900.000 Euro in zwei Jahren gespart werden. Der EKM-Chef erklärt: "Wir haben die Prozesse der Restabfallbehandlung optimiert und Anlagen umgebaut. Einige Fertigungsschritte wurden eingestellt." So wird der verarbeitete Abfall nicht mehr so intensiv getrocknet. Wenngleich das Endprodukt aufgrund der Feuchtigkeit nun schwerer ist, sei der Arbeitsaufwand geringer. "Das alles spart Geld. Mitarbeiter mussten deshalb jedoch nicht entlassen werden", sagt Irmer.
Es gibt weitere Gründe für die gesunkenen Müllgebühren. In Verhandlungen habe man erreicht, dass gestiegene Personal- und Energiekosten der Entsorgungsfirmen nicht an die Bürger weitergegeben werden, sagt Irmer. Außerdem trägt die Kreisfusion im Abfallsektor scheinbar Früchte. Während die Zusammenlegung der drei Altkreise sonst nahezu ausschließlich für Mehrkosten und höheren Aufwand sorgt, bringt sie laut Jens Irmer in diesem Fall Vorteile. "Diese Zusammenarbeit führt zu Synergieeffekten und Kosteneinsparungen."
Das Management ist im Gegensatz zur Entsorgung in ganz Mittelsachsen unter dem Dach der EKM zentralisiert. Entlassungen habe es im Zuge der Fusion indes nicht gegeben. Der Mitarbeiterstamm ist dennoch von 32 auf 28 geschrumpft: Stellen von Kollegen, die in den Ruhestand gegangen sind, wurden nicht wieder neu besetzt, erläutert Irmer. Unterdessen seien wieder zwei Azubis übernommen worden, um den Personalbedarf zu decken.
Momentan laufen bei der EKM die Vorbereitungen für ein einheitliches Abfallentsorgungssystem in ganz Mittelsachsen. Dieses soll ab 2014 greifen. Ein entsprechendes Konzept soll dem Kreistag im März vorgelegt werden. Während in den Altkreisen Freiberg und Mittweida private Unternehmen mit der Müllentsorgung beauftragt sind, kümmert sich in Döbeln noch die kommunale Entsorgungsgesellschaft darum. Der Kreis besitzt 51 Prozent der Anteile an der EGD, 49 Prozent hält die Firma Sita. Der Landkreis will seine Anteile im kommenden Jahr an den Entsorgungsriesen verkaufen. Darüber muss der Kreistag noch entscheiden.


