Polizeihauptmeisterin Birgit Hennig mit Polizeidino Poldi zu Gast bei der "Milchzahnbande" im Milkauer "Kinderland". Die Präventionsarbeit soll ab 2013 von der Dienststelle in Rochlitz übernommen werden. In welchem Umfang und wie, ist allerdings noch ungewiss.
Foto: Mario Hösel
Polizei streicht Präventionsstellen
Polizei-Dino Poldi kommt bald seltener zum Einsatz
Rochlitz. Ein Paukenschlag für die Rochlitzer Region. Laut Dienstpostenkonzept des Innenministeriums wird in Zukunft der Sachbearbeiter Prävention in der Polizeidienststelle Rochlitz wegfallen. "Die Präventionsaufgaben werden im bisherigen Umfang bis zum Jahr 2015 weiterhin durch die Dienststellen wahrgenommen. Die Dienststellenleiter tragen hierbei die Verantwortung für die organisatorisch erforderlichen Maßnahmen zur Aufgabenerfüllung", teilte Lothar Hofner, stellvertretender Pressesprecher des Sächsischen Staatsministeriums des Inneren, mit. Trotzdem bedeutet die Entscheidung, dass die hiesige Präventionsarbeit über kurz oder lang einem Ende zugeht.
Und so befürchtet Polizeihauptmeisterin Birgit Hennig, Präventionsbeauftragte in der Dienststelle Rochlitz, dass durch den Wegfall der Stelle die vorbeugende Arbeit in den Kindereinrichtungen eingestellt wird. "Wenn die Stelle des Präventionsbeauftragten eingespart wird, stellt sich die Frage: Wer soll zukünftig den Polizei-Dino Poldi zu den Mädchen und Jungen in die Kindergärten und Schulen begleiten?"
Hennigs Arbeitsplatz wird voraussichtlich noch bis Ende 2012 in der Polizeidienststelle Rochlitz erhalten bleiben. Somit könne auch die Präventionsarbeit weiterhin wie bisher erfolgen. Ein reichliches halbes Jahr ist es her, als das Sächsische Innenministerium verkündete, dass im Zuge des Sparprogramms 199 von 229 Stellen bei der Präventionsarbeit eingespart werden sollen. Die drastischen Einsparungen bei der Polizei und das drohende Aus für den Polizei-Dino stießen auf Widerstand. Politiker und Elternvertreter forderten: "Poldi darf nicht sterben!"
In den Kindergärten und Schulen der Region ist man trotzdem besorgt: "Wir haben nicht genug Erzieher, nicht die Mittel und nicht das Wissen, um solche Präventionsprojekte selbst durchzuführen", sagt Kathrin Lukat, Leiterin der kommunalen Kindergärten der Gemeinde Erlau. Bei den Kindern sei Poldis Beliebtheit ungebrochen. Vor allem die Schulanfänger fieberten dem Ablegen des Fußgängerpasses entgegen, sagt Lukat.


