Klaus Kalenborn, Geschäftsführer der Vereinigten Porphyrbrüche auf dem Rochlitzer Berge GmbH, mit dem Porphyrtuff für die Fassade des Neubaus der Propsteikirche Leipzig.
Foto: Mario Hösel
Porphyr soll Fassade von Leipziger Kirche prägen
Rochlitzer Manufaktur liefert Steine für neue Probsteikirche
Rochlitz. Ein Rochlitzer Unternehmen putzt die Leipziger City heraus: Die Vereinigten Porphyrbrüche auf dem Rochlitzer Berge GmbH gestaltet Eingangsportal, Bögen und Treppenhäuser der neuen Probsteikirche St. Trinitatis - aus Rochlitzer Porphyr. So bringt sich die Manufaktur in das ehrgeizige Bauprojekt gegenüber dem Neuen Rathaus ein. "Wir liefern für den Neubau fast 5000 Quadratmeter Fassadengestein", sagt Klaus Kalenborn. Und der Geschäftsführer gibt ohne Umschweife zu: "Das ist für uns eine große Herausforderung."
Doch dieser Herausforderung stellt sich das zwölf Mitarbeiter zählende Unternehmen gern. Schließlich kommt es heute nicht allzu oft vor, dass ein Gotteshaus neu gebaut wird. "Wir hoffen, dass es nicht unsere letzte neue Kirche sein wird", sagt der Diplomökonom. Denn die Probsteikirche hat durchaus das Zeug zum Prestigeobjekt - nicht zuletzt wegen ihrer modernen Architektur. Hauptgebäude, Verbindungsbau und der 50 Meter hohe Kirchturm zeichnen sich durch eine kubische Gestaltung aus.
Die Fassade aus Rochlitzer Porphyr ist laut Kalenborn nicht nur als bloße Verkleidung, sondern als massive Aufmauerung angelegt. So kommen die Vorzüge des Natursteins richtig zum Tragen. Denn Porphyr verändert seine Farbe je nach Witterung: Bei starker Nässe verdunkelt er sich, bei Sonneneinstrahlung erinnert das leuchtende Rot an die herbstlichen Ahornwälder in Kanada.
So soll die Propsteikirche St. Trinitatis Leipzig einmal aussehen.
Foto: Entwurf: Schulz & Schulz Architekten
Modern gestaltetes Gotteshaus
Der futuristische Kirchenneubau sorgt für Diskussionsstoff in Leipzig. "Das Gebäude hat eben Charakter", sagt Kalenborn. Und dem 52-Jährigen ist die Freude darüber anzumerken. "Architektur sollte aufrütteln und zum Nachdenken anregen", betont er.
Der Unternehmer sieht in dem modern gestalteten Gotteshaus zugleich einen Beitrag zu einer modernen Kirche. Der praktizierende Katholik hält es für eine glückliche Fügung, dass ausgerechnet seine Manufaktur den Großauftrag für die Fassadengestaltung der Probstei-Kirche erhalten hat. Das Auftragsvolumen veranschlagt er mit rund einer Million Euro. "Das ist der Umsatz für eineinhalb Jahre. Bis Mitte 2013 haben wir voll zu tun", sagt Kalenborn. Das Jahr 2011 mit seinem langen Winter sei hingegen eher durchwachsen gewesen.
Die Entscheidung, die Fassaden in Rochlitzer Porphyr zu planen, ist "ein früher und zentraler Entwurfsgedanke des Projekts", erklärt Thomas Gohr von der Schulz & Schulz Architekten GmbH in Leipzig. Damit werde der Bau fest in der Region verankert und die Bautradition der Stadt fortgeschrieben. Auch für das Alte Rathaus in Leipzig ist Rochlitzer Porphyr verwendet worden.


