Privatisierungspläne für Freibad in der Kritik
Linksfraktion fürchtet Nachteil für Gäste - Stadt Rochlitz erhofft sich Sparpotenzial
Rochlitz. Rochlitz. Auf der Suche nach Sparpotenzial rütteln immer mehr Städte und Gemeinden an kommunalen Bastionen. So überlegt die Rochlitzer Verwaltung, Teile der technischen Betriebsführung des städtischen Freibads in private Hände zu geben. Die Kritiker mehren sich unterdessen. So fürchten die Rochlitzer Linken "höhere Preise, schlechteren Service, Stellenabbau und schwindende demokratische Kontrolle", sagt Stadträtin Jana Lang.
Rochlitz' Kämmerin Bettina Bräunlich macht deutlich: "Es geht nicht um eine Privatisierung des Bades. Wir wollen lediglich Sparpotenziale prüfen. Sind diese marginal, gliedern wir die Betriebsführung auch nicht aus." Fest stehe jedoch, dass "wir Kosten einsparen müssen, um den Betrieb des Bades langfristig zu sichern", sagt Bräunlich. Mit Blick auf Stellenabbau, höhere Preise und schwindenden Einfluss merkt sie an: "Wir bleiben als Stadtverwaltung immer Herr des Bades. Das Personal und die Wasserwacht bräuchten wir weiterhin." Ziel sei es, die Preise so lange wie möglich konstant zu halten. Bliebe alles beim Alten, müssten Eintrittsgelder schon bald erhöht werden.
Ein Argument der Verwaltung zielt auf den günstigeren Mengeneinkauf von Strom durch Privatunternehmen. Darüber runzelt CDU-Fraktionschef Klaus Kalenborn die Stirn. "Wäre dies wirklich möglich, würde die Stadt im Umkehrschluss momentan freiwillig mehr Geld ausgeben. Die Stromkonzerne bieten jedoch kaum Verhandlungsspielraum", meint Kalenborn. Die Erfahrungen der Geithainer seien bei der Entscheidungsfindung gefragt.
Das dortige Bad wird bereits seit 2008 von der Oewa betrieben. "Ein Bad bleibt immer ein Zuschussgeschäft. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass es wesentlich günstiger zu betreiben ist", so Kalenborn.
Alle Möglichkeiten Geld zu sparen will FDP-Stadtrat Martin Grzelkowski prüfen. Das Ergebnis müsse jedoch im Sinne der Bürger sein. "Die Stadt muss das Zepter des Handelns behalten. Vielleicht gelingt es auf diesem Weg auch, Öffnungszeiten zu verlängern", so Grzelkowski. In der kommenden Woche steht das Rochlitzer Freibad auch auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung.
Auch Penig prüft die Ausgliederung einzelner Aufgabenbereiche. Dieser Schritt werde jedoch nur gegangen, wenn "deutliche Einsparungen die Folge sind", sagt Kämmerin Manuela Engelhardt. In Döbeln ist man weiter. Dort betreiben die kommunalen Stadtwerke Frei- und Hallenbad.

