Jede Menge Schafe könnten demnächst durch Wechselburg ziehen.
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Schäferei will mit 1500 Schafen durch Wechselburg ziehen
Projekt gestaltet sich komplizierter als erwartet
Wechselburg. Einen ziemlich heftigen Schreck hat Wolfgang Kraft der Wechselburger Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU) am Montag eingejagt. Er fragte an, ob er seine Schafherde durch Wechselburg zu einer neuen Futterstätte treiben kann. Im Prinzip hat die Ortschefin nichts dagegen. "Ich stamme aus der Landwirtschaft, kenne das und habe Verständnis dafür", sagte sie.
Doch das geplante Datum war der erste Anlass für einen Schock: dieses Wochenende. "Um Himmels Willen. Da findet unser historisches Marktfest statt. Da geht es auf keinen Fall, Wechselburg ist da dicht", sagte sie zum Schäfer, der das mit einem "Habe ich mir fast gedacht, weil ich die Schilder gesehen habe", zur Kenntnis nahm. "Dann eben am Montag", sagte er. Doch auch das ist nicht so einfach. Die Tour soll über die Muldenbrücke hoch durch den Ort gehen. "Das ist keine Gemeinde-, sondern eine Kreisstraße. Entsprechend muss dort angefragt, die Genehmigung eingeholt und eventuell müssen auch Auflagen erfüllt werden", erklärte Naumann, bevor sie auf ihre Frage nach der Anzahl der Schafe den nächsten Schock erlitt: 1500 Tiere. "Ich habe gedacht, das ist eine kleine Herde, so 20 bis 30 Schafe. Aber die Anzahl ist ja gewaltig."
Nichtsdestotrotz blieb die Bürgermeisterin dem Vorhaben gegenüber aufgeschlossen. Mit Schäfer Kraft einigte sie sich darauf, sich beim Landratsamt kundig zu machen über die Vorgehensweise. Der Schäfer will seine Route konkretisieren und nach Alternativen suchen.
Fest steht indes, dass er irgendwie durch die Region muss. Stützpunkt seiner Schäferei, deren Stammsitz in Mittelfranken liegt, ist Röda bei Leipzig. Derzeit stehen die Tiere, 800Mutterschafe und 700 Lämmer, in Borna. Von dort aus sollen sie zu Agraset Naundorf getrieben werden, wo sie bis März oder April das Abweiden übernehmen. Diese sogenannte Landschaftspflege sei neben der Lammfleischproduktion auch die Haupteinnahmequelle der Schäferei. "Mit Wolle kann man kein Geschäft machen", sagte Kraft.

