Das Martin-Luther-Gymnasium Hartha besuchen derzeit 586 Schüler. Im Schuljahr 2012/13 dürfen nur drei fünfte Klassen gebildet werden.
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Schule muss Kinder abweisen
Harthaer Gymnasium darf keine vierte fünfte Klasse bilden
Geringswalde/Altgeringswalde. Die Enttäuschung ist groß: Peggy Bergmann aus Altgeringswalde und René Kuhrau aus Geringswalde fühlen sich im Moment mit ihrem Problem allein gelassen. Sie hatten ihre Kinder am Martin-Luther-Gymnasium Hartha angemeldet. Doch die Einrichtung hat beide abgelehnt. Von 91 angemeldeten Schülern für das Schuljahr 2012/13 konnten nur 82 aufgenommen werden. Der Grund: Das Harthaer Gymnasium darf nur drei fünfte Klassen bilden. Die Verantwortlichen hatten aber auf Vierzügigkeit mit einer Klassenstärke von 23 Schülern gehofft. Diesem Ansinnen erteilte die Sächsische Bildungsagentur eine Absage.
Harthaer Gymnasium favorisiert
"Wir sind sofort in Widerspruch gegen die Ablehnung gegangen und hoffen nun auf eine zeitnahe Entscheidung", sagt René Kuhrau. Für den Schulbesuch in Hartha habe sich die Familie bewusst entschieden. Zwei Aspekte seien dafür ausschlaggebend gewesen. Zum Einen war es das künstlerische Profil und zum Anderen wohnen die Großeltern in Hartha. "Meine Frau arbeitet als Erzieherin, und ich bin selbstständig. Da muss das Familienmanagement stimmen, und das funktioniert nun einmal nur mit Unterstützung der Großeltern", meint René Kuhrau. Peggy Bergmann argumentiert ähnlich: "Das künstlerische Profil und der kurze Schulweg, waren für uns ausschlaggebend, unsere Tochter in Hartha anzumelden."
Schulleiter Lothar Weisheit sagt dazu: "Uns tut das leid. Auf der einen Seite unternehmen wir alles, um unsere Schule zu präsentieren, um Lust zu wecken, hier zu lernen. Und auf der anderen Seite dürfen wir die Schüler nicht aufnehmen, die sich für unsere Bildungseinrichtung entschieden haben." Dass neun Schüler nicht im Harthaer Gymnasium lernen dürfen, hat nichts mit ihnen persönlich oder mit der Grundschule zu tun, aus der sie kommen. Für die Entscheidung war unter anderem der Zweitwunsch, den die Eltern bei der Anmeldung angegeben haben, ausschlaggebend.
Schulleiter Weisheit versteht und teilt die Sorgen der Eltern. Zurzeit könne man nur abwarten, wie sich die Sächsische Bildungsagentur zu den Widersprüchen positionieren werde. Hier rechne er mit einem Ergebnis Ende nächster Woche.
Schulelternrat mischt sich ein
Das Rochlitzer Johann-Mathesius-Gymnasium, das einige der Eltern als Zweitwunsch angegeben haben, könnte die abgewiesenen Schüler aufnehmen. Schulleiter Thomas Lohmann: "In den vier fünften Klassen würden 25 bis 26 Schüler lernen. So sichern wir uns perspektivisch die Vierzügigkeit." Die Einrichtung verfügt über ein natur- und gesellschaftswissenschaftliches Profil, und ab Klasse 6 können drei Fremdsprachen Russisch, Französisch, Latein gelernt werden.
Auch Romi Raudßus, Schulelternsprecherin des Harthaer Gymnasiums, schaltet sich ein. "Durch solche Entscheidungen wird zwar im nächsten Schuljahr der Unterricht abgesichert, aber um welchen Preis?" Sie glaubt nicht, dass die Qualität des Unterrichtes gewinnt, wenn künftig zwischen 27 und 28Schüler in einer Klasse unterrichtet werden. Der Elternrat fordert in einem Schreiben die Sächsische Bildungsagentur auf, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken.
Dass 28 Schüler pro Klasse nicht zeitgemäß sind, findet auch Bert Haase, Bezirksvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. "Wir setzen uns schon seit Jahren für Klassen mit 25 Schülern ein. Das ist eine realistische Klassenstärke." (mit döa)

