Unter Führung von Friedhofsverwalter Michael Reichel und Steinmetzmeisterin Annett Thalheim (2. u. 3. v. r.) gab es einen Rundgang durch die Seelitzer Begräbnisstätte.
Foto: Volker Schwarze
Tod und Bestattung keine Tabuthemen mehr
Tag der offenen Tür auf dem Seelitzer Friedhof
Seelitz. Dass Tod, Bestattung und Grabgestaltung heute keine Tabuthemen mehr sind, davon konnten sich am Samstag die Besucher beim Tag der offenen Tür auf dem Seelitzer Friedhof überzeugen. Dabei wollten die Organisatoren - Kirchenvorstand und Friedhofsverwaltung - ganz bewusst ins Gespräch kommen. Darüber, was der Tod eines Angehörigen bedeutet, über Bestattung und Grabgestaltung. Obwohl nur eine Hand voll Interessenten der Einladung gefolgt waren, vermittelten Friedhofsverwalter Michael Reichel und Steinmetzmeisterin Annett Thalheim in der Kirche interessante Details zur Historie des Seelitzer Friedhofes sowie zu traditioneller und moderner Steingestaltung.
Vorher hatte Reichel darauf verwiesen, dass kommunale, geografische, verkehrstechnische, aber auch Veränderungen in der Beziehung zur Kirchgemeinde dazu geführt haben, dass der Seelitzer Friedhof immer leerer wird. "Dabei wollen wir hier keinesfalls eine Verkaufsveranstaltung abhalten, sondern einfach auf die positiven Seiten unseres kleinen Dorffriedhofes hinweisen", sagte der Friedhofsverwalter.
Die Idee für eine solche Informationsveranstaltung hatte Kirchenvorsteher Volkhard Fuhrmann von einem Kirchenvorsteherrüsttag aus Dresden mitgebracht. "Es geht nicht darum, ein Fest zu feiern, sondern zu erklären, welche Möglichkeiten der Beerdigung es gibt, wie die Pflege des Grabes organisiert werden kann und welche Beratung es durch den Friedhofsverwalter gibt", erklärte Fuhrmann. "Die Angehörigen wissen bei einem Sterbefall oft nicht, wie sie vorgehen sollen und welche Möglichkeiten sie haben", sagte der Gröblitzer Kirchenvorsteher Bernd Bemmann.
Auch Steinmetzmeisterin Annett Thalheim, die die Tradition von Großvater Erich und Vater Gottfried in Seelitz fortsetzt und schon deshalb eine enge Bindung zur dortigen Begräbnisstätte hat, verwies auf die Ratsuche beim Fachmann. Sie bedauert, wenn sich Angehörige für eine anonyme Bestattung oder eine auf Gemeinschaftsgrabfeldern entscheiden. "Dabei wird vergessen, dass es ohne Grab keinen eigenen Platz und keinen geschützten Ort zum Trauern gibt", erklärte die junge Frau.
Besucherin Christine Fritsching war von der Veranstaltung und dem Rundgang über den Friedhof angetan. "Ich habe erfahren, was es für Möglichkeiten gibt, gerade bei Reihengräbern oder für Ehepaare. Auch die historischen Sachen waren informativ", sagte sie.

