Das tut gut: Die Kühe im Stall der Methauer Milchviehanlage können sich von rotierenden Bürsten massieren lassen.
Foto: Mario Hösel
Wellness im Kuhstall
Kühe geben seit Umbau mehr Milch
Methau. Völlig versunken steht die Kuh am Stallende und lässt sich erst den Hals kraulen, dann den Rücken massieren. Gemächlich trottet sie weiter und macht einem anderen Tier Platz an der freischwingenden sogenannten Kuhbürste. Mit ihr wird die Durchblutung gefördert, sie dient zur Fellreinigung und trägt sichtlich zum Wohlbefinden bei. Insgesamt 23 solcher Bürsten hat die Agro-Agrarprodukte angeschafft und damit den im vergangenen Jahr begonnenen Stallumbau weiter vorangetrieben.
Nicht nur die Bürsten sind neu im Hauptstall. Seit die rund 180 Trockensteher - trächtige Tiere, die bis zur Geburt nicht gemolken werden - ihren Platz für zirka drei Wochen im eigens eingerichteten Abkalbestall haben, ist im Hauptdomizil Platz geworden. Der Stand zur Klauenbehandlung vor dem Melkkarussell ist umgezogen. "Dadurch haben die Kühe mehr Platz und Ruhe, sich nach dem Melken dort zu sammeln, bevor sie wieder in ihre Gruppen gebracht werden", erklärt Gudrun Wingeyer, Geschäftsführerin der Agro-Agrarprodukte Methau. Dieses Areal ersetzt einen schmalen Gang, in dem es nach dem Melken schon mal zu "Stau" kommen konnte, was für die Tiere ebenso unangenehm ist wie für Autofahrer, denn es verursacht ihnen Stress. Diesen bekommen sie auch, wenn sie an einer Wand durch nachfolgende Tiere nicht wenden können. Auch diesbezüglich ist durch den Bau von neuen Übergängen zwischen den 16 Gruppen - den mit Gestängen und Toren abgegrenzten Liege- und Futterplätzen - mehr Luft geworden. Um den Kuh-Komfort komplett zu machen, werden 20 zusätzliche Tränken eingebaut.
Das Wohlbefinden der Tiere ist nicht nur sichtbar, sondern auch messbar: Rund 50.000 Liter Milch geben die rund 1850 Tiere jeden Tag. Das entspricht einer Steigerung von zehn Prozent. "Die Rinder fühlen sich gut und quittieren das mit guter Leistung", sagt Wingeyer. Die Entscheidung, im Hauptstall nach dem Auszug der Trockensteher bessere Bedingungen zu schaffen, statt den Bestand aufzustocken, sei also richtig gewesen.
Der Bau des Abkalbestalls, in den vor einem Jahr die ersten Rinder einzogen, um dort in Ruhe zu gebären, kostete rund eine Million Euro, gefördert zu etwa 40 Prozent durch die EU. In den schrittweisen Umbau und die Reparatur des Hauptstalles investiert die Agro-Agrarprodukte nochmals rund 100.000 Euro.

