Christina (geb. Thurm) und Tobias Fuhrmann gaben sich als erstes Paar in der sanierten Fürstenstube von Schloss Rochlitz im März 2012 das Jawort.
Foto: Mario Hösel/Archiv
Wenn Schlösser zum Trausaal werden
Nach Rochlitz will jetzt auch Colditz von dem Trend profitieren.
Rochlitz. Romantik pur versprechen Burgen, Schlösser und Kirchen in der Region für den schönsten Tag im Leben eines Paares. Immer mehr Trauungen finden an diesen zauberhaften Orten statt. So hat die Stadt Rochlitz den Trend zu märchenhaften Hochzeiten erkannt. Seit dem Frühjahr kann man sich in der frisch sanierten Fürstenstube das Jawort geben. Ein Paar hat das bereits getan. Warum es noch nicht mehr waren, erklärt Stadtsprecher Jörg Richter mit den Bauarbeiten im Schlosshof. "Da kommt das einzigartige Ambiente nicht zum Tragen." Hoffnung gibt es trotzdem, denn mehrere Anmeldungen liegen vor - für dieses Jahr vier, für 2013 zwei.
Die Stadt Colditz will nicht hintenanstehen. Ab August können Mann und Frau auf dem Wasserschloss Podelwitz heiraten. Stadtsprecherin Antje Heinz spricht von einem "Ort, an dem die Hochzeitszeremonie zu einem märchenhaften Ereignis wird". Die erste Trauung wird nächsten Monat stattfinden. Antje Heinz: "Momentan haben wir noch nicht allzu viele Anmeldungen, aber wir haben es auch gerade erst publikgemacht."
Auf Schloss Rochsburg haben sich dieses Jahr bereits neun Paare in den Hafen der Ehe getraut. Es ist auch möglich, im Rathaus zu heiraten. "Doch das nutzen nur wenige Paare. Etwa dreiviertel wählen das Schloss mit seiner bezaubernden Atmosphäre", sagt Beate Steinert vom Hauptamt.
Eine Hochzeitshochburg ist das Schloss Lichtenwalde. Die erste Eheschließung fand dort 1999 statt, und seit 2009 geben sich in dem restaurierten Eheschließungssaal jährlich 250 Paare das Jawort. Morgen werden es sechs sein. Dazu gehören auch Nicole Kropat und Nico Frohberg. Sie leben seit mehreren Jahren in Eisenbach bei Titisee-Neustadt. Die Noßwitzerin und der Königsfelder haben sich jedoch entschieden, da zu heiraten, wo Familie, Verwandtschaft, Freunde und Bekannte zuhause sind. "Vor einem Jahr hat ein Freund von uns im Schloss Lichtenwalde geheiratet. Wir waren von dem Bauwerk und von der Zeremonie so beeindruckt, dass wir uns auch hier trauen lassen wollen", erzählt Nico Frohberg. "Es soll eine Märchenhochzeit werden. Wir wollen uns auch einmal wie Prinz und Prinzessin fühlen und die Treppe, die in den wunderschönen Barockgarten führt, hinunter schreiten", sagt Nicole Kropat.
Beschaulicher, aber nicht weniger romantisch geht es in der Alten Mühle in Schweikershain zu. Dort kann seit 1996 geheiratet werden. Neun Paare haben das dieses Jahr bereits getan, sieben weitere Anmeldungen liegen vor. "Daraus werden aber sicher noch mehr", sagt Standesbeamtin Karin Böhme. Die Paare kommen aus der Region, aber auch aus Chemnitz oder Waldheim, die nächsten, die sich trauen, gar aus Hallbergmoos in Bayern.
Auf Sachsens schönster Ritterburg - Burg Kriebstein - stehen drei Hochzeitsräume zur Verfügung. Während die Kapelle für kirchliche Trauungen reserviert ist, gibt es den großen und kleinen Festsaal für die standesamtlichen. Warum von den Brautleuten die alten Gemäuer bevorzugt werden, weiß Pressesprecherin Susanne Tiesler: "Es ist das Ambiente mit den attraktiven Sälen und dem Burghof. Und es kann auch dort gefeiert werden." (mit acr)

