Zuchtanlage: Petition hat keinen Erfolg
Stadt und der Landkreis haben beim geplanten Bau in Lunzenau rechtlich sauber gehandelt
Lunzenau. Die Bürgerinitiative gegen den Bau einer Geflügelzuchtanlage in Lunzenau ist erneut gescheitert. Ihre Petition wurde vom Landtag zurückgewiesen, Kreis und Stadt rechtlich einwandfreies Handeln bescheinigt. Im vergangenen Jahr waren die Anlagen-Gegner schon einmal ins Leere gelaufen: Sie hatten die nötige Unterschriftenzahl für ein Bürgerbegehren erhalten. Dieses war aber vom Landratsamt und der Landesdirektion für nicht zulässig erklärt worden.
"Wir sind enttäuscht, denn unsere Zweifel bleiben", sagte am Sonntag Jens Mohr, Mitglied der Initiative und Sprecher des Kreisvorstandes der Grünen, zur Ablehnung der Petition. Vor allem das Verrücken von Hinweisschildern, die ein Landschaftsschutzgebiet ausweisen, wird sehr kritisch gesehen. "Laut der Schilder wäre die Anlage im Schutzgebiet angesiedelt", sagte Mohr.
Lunzenaus Bürgermeister Ronny Hofmann (CDU) weist diesen Vorwurf entschieden zurück. "Das Schutzgebiet ist ausgewiesen und so schon aus DDR-Zeiten übernommen worden. Es gibt exakt definierte Grenzen, die in entsprechenden Plänen festgehalten sind", erklärte er. Das sei auch im Schreiben zur Petition nachzulesen. Aufgrund einer Eingabe beim Kreis, die Anlage würde im Schutzgebiet gebaut, habe die Behörde die Sachlage geprüft, festgestellt, dass Schilder falsch stehen und diese entsprechend umgesetzt.
Trotz des neuerlichen Rückschlages wird die Bürgerinitiative weiter gegen die Anlage kämpfen. Sie will, wenn das Vorhaben ausgelegt ist und die Öffentlichkeit ihre Meinung und Einwände dazu äußern kann, ihre Bedenken einbringen. Dazu ist geplant, sich einen Gutachter ins Boot zu holen, der sich im Lesen der fachlichen Unterlagen auskennt und besser in der Lage ist, Unstimmigkeiten zu erkennen.
Das Projekt indes befindet sich weiter im Genehmigungsverfahren. Die SFG will rund drei Kilometer nordwestlich von Lunzenau auf einer Fläche von etwa 1,8 Hektar drei Ställe errichten. Dort sollen jährlich in zwei Durchgängen insgesamt bis zu 88.000 Küken zu jungen Zuchttieren heranwachsen.
Der Lunzenauer Stadtrat hatte dem Vorhaben im Jahr 2010 grundsätzlich zugestimmt und dies 2011 bekräftigt. Wie Georg von Bitter, Geschäftsführer der Sächsischen Farmbetriebe (SFG), die die Anlage errichten möchten, mitteilt, gab es vom Landratsamt verschiedene Nachforderungen, die nun abgearbeitet würden.
Das betraf unter anderem ein Gutachten zu den Auswirkungen auf Himmelhartha und Kleinschlaisdorf. "Die Untersuchung hat ergeben, dass unser Vorhaben bezüglich der Geruchsbelastung unerheblich ist", sagte von Bitter. Derzeit wird zudem noch geprüft, ob der Bau Auswirkungen auf die Statik der nahen Windkraftanlage hat. Darüber hinaus muss der Entwässerungsplan für Regenwasser überarbeitet werden.
Sowohl am Vorhaben als auch am Standort will der Anlagenbetreiber festhalten. "Aus unserer Sicht ist der Standort sehr gut geeignet. Wir haben inzwischen auch Zuspruch für das Investitionsvorhaben erhalten. Die Bürger finden es positiv, dass wir in Lunzenau investieren. Wir hoffen auf einen zügigen Fortgang und die baldige Genehmigung", betonte der Geschäftsführer. Die Verantwortlichen seien optimistisch, eventuell noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen zu können.

