Schlegeler Grundschüler sollen gefährliche Kreuzung überqueren

Schüler müssen im Falle einer Haltestellenschließung im Ort über die Bundesstraße zur Haltestelle

Hainichen. Noch ist die Welt für die elf Grundschüler aus Schlegel in Ordnung. Die Haltestelle, von der aus der Bus sie täglich nach Hainichen zur Schule bringt, befindet sich am Dorfgemeinschaftshaus im Ort. Dazu gibt es eine Regelung mit dem Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS), der seit Beginn des vergangenen Jahres den Schülertransport im Landkreis koordiniert. Doch das ist eine Ausnahmeregelung. Und genau die will der VMS ab dem Schuljahr 2012/13 kippen. Bei den Eltern regt sich dagegen jetzt öffentlich Protest.

Denn die Erst- bis Viertklässler müssten dann auf ihrem Weg zur Bushaltestelle am Ortsausgang die viel befahrene B 169 queren. "Viel zu gefährlich", meinen die Eltern und auch der Ortschaftsrat. "Die Kinder müssten aus dem Dorf entlang der Hauptstraße, vorbei am Neubaugebiet bis zur Kreuzung laufen", erklärt Ortsvorsteher Tilmann Magirius. Das mag noch angehen, zumal bis dahin vielleicht der geplante Fußweg entlang der Hauptstraße bis zur Kreuzung schon gebaut wurde. "Aber die Kreuzung zur stark befahrenen B 169 ist für die Kinder nicht gut einsehbar", macht er auf eine Gefahr aufmerksam.

Mancher Kraftfahrer hält sich in dem Bereich auch nicht an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50Stundenkilometern. "Für ein Kind ist es schwer einzuschätzen, wie schnell ein Auto fährt", bringt Tilmann Magirius weitere Bedenken der Eltern auf den Punkt. Sie können nicht verstehen, weshalb die bisherige Regelung nicht beibehalten werden kann.

Ein Grund dafür nennt sich freigestellter Schülerverkehr. Und der soll laut VMS minimiert werden. Das heißt, so wenige Schüler wie möglich sollen noch mit Taxi oder Kleinbus zur Schule gebracht, aber so viele wie möglich den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Auch wenn der Schulweg dadurch gefährlicher wird? Als die Schülerbeförderung noch in der Verantwortung des Landkreises lag, gab es da keine großen Diskussionen: Für die Grundschüler wurde am Dorfgemeinschaftshaus die Haltestelle eingerichtet. Genau diesen Status wollen die Schlegeler Eltern nun erhalten. In einem Schreiben wenden sie sich an Landrat Volker Uhlig (CDU) mit der Bitte, sich die Situation für die Schüler noch einmal zu vergegenwärtigen und sich für einen sicheren Schulweg einzusetzen.

Geringe Chancen, dass der VMS einlenken wird, sieht hingegen Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD). Er war dieser Tage beim VMS. "Es wird schwer mit einer Ausnahmegenehmigung", sagte er. Dennoch werde man als Stadtverwaltung nicht locker lassen. Sollte doch eine Absage kommen, werden Alternativen geprüft, sagt der Bürgermeister. Eine wäre, die Stadt schafft eine Buswendemöglichkeit im Ort. Eine zweite: der Einsatz von Lotsen, die die Kinder über die B 169 begleiten. Die letzte Variante wäre, wenn die Stadt die Kosten für den Schulbus übernimmt. Das wären 20.000 Euro pro Schuljahr. "Doch zunächst wollen wir für die Beibehaltung der Ausnahmeregelung kämpfen."

 
erschienen am 17.02.2012 ( Von Petra Schumann )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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